Alternativen zum Medizinstudium

Alternativen zum Medizinstudium

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Kein Zugang zum Medizinstudium - und jetzt?

Du konntest die Aufnahmekriterien für dein Traumstudium nicht erfüllen? Es muss nicht immer das klassische Humanmedizin-Studium sein - wir stellen dir in diesem Artikel die besten Alternativen zum Medizinstudium vor.

Alternative zum Medizinstudium gesucht? Was für eine Auswahl habe ich?Bild: NDABCREATIVITY / AdobeStock

Medizinstudium: Warum ist es so schwer, einen Studienplatz zu bekommen?

Die Studienplätze im Medizinstudium sind heiß begehrt, aber verhältnismäßig rar. Grund dafür ist, dass es jedes Jahr mehr Studienbewerber/-innen pro Medizinstudienplatz gibt als tatsächliche Kapazitäten frei sind.

Wer in Deutschland Medizin studieren will, muss einen - je nach Uni individuellen, aber grundsätzlich hohen - Numerus Clausus (NC) erfüllen. Der NC stellt die Zulassungsbeschränkung dar, die sich auf die Durchschnittsnote im Abschlusszeugnis bezieht. Je besser die Abschlussnote im Abitur, desto größer die Chance einen der begehrten Plätze zu bekommen. Sind nach dem Rangverfahren doch noch Plätze frei, erhalten einige glückliche Bewerber/-innen durch ein Losverfahren Chancen auf ihre Zusage.

Hat man auf diese Weise keinen Studienplatz erhalten, aber dennoch den Anspruch Medizin zu studieren, musste man auf sogenannte Wartesemester setzen. Das ist die Zeit, in der gearbeitet und eine Berufsausbildung absolviert werden kann, nicht jedoch studiert werden darf. Wer so lange wartete (im Schnitt ca. 14 Semester/ 7 Jahre), konnte daraufhin zum Medizinstudium zugelassen werden. Diese Wartezeitquote wurde Anfang 2022 allerdings abgeschafft.

In Österreich und der Schweiz gibt es andere Hürden zu bewältigen, um sich gegen die anderen Studienbewerber/-innen durchzusetzen. Der österreichische MedAT und der Schweizer EMS stellen jeweils eine mehrstündige Prüfung dar, die diverse kognitive Fähigkeiten und naturwissenschaftliche Kenntnisse abfragt.

Wer den Aufnahmetest nicht besteht oder keine ausgezeichnete Abschlussnote vorweisen kann, hat - bezogen auf den Wunsch, Medizin zu studieren - nun also ein Problem. Die Lösung dafür bieten wir dir und helfen bei der Suche nach einer passenden Alternative zum Medizinstudium.

Was spricht für einen anderen Studiengang im Fachbereich Medizin/Gesundheit?

Dein Traum war ein Abschluss in Medizin? Doch du hast aus unterschiedlichsten Gründen keinen Zugang zum Medizinstudium bekommen? Eine alternative Studienwahl kann dir dennoch den Weg in ein interessantes und abwechslungsreiches Berufsleben im Gesundheitswesen ebnen.

Das Gesundheitssystem besteht aus vielseitigen Angeboten zur Vorbeugung von Krankheiten sowie zur Wiederherstellung von Gesundheit. Es werden daher nicht nur klassische Humanmediziner/-innen gebraucht, sondern diverse Fachkräfte in der Medizintechnik, Therapie und Pflege, Zahn- und Veterinärmedizin, Pädagogik, Ernährungswissenschaft und in naturwissenschaftlichen Berufen.

Wie du siehst gibt es viele Angebote, um im medizinischen Bereich erfolgreich tätig zu werden. Ob du nun also an Hochschulen unterrichten, in die Forschung oder in das Management gehen willst - auf dem Arbeitsmarkt bietet sich für all deine Interessen und Talente eine berufliche Möglichkeit.

Alternativen zum Medizinstudium: Welche Möglichkeiten gibt es?

Für eine Karriere mit Medizinbezug gibt es eine Vielzahl an Optionen. Mit dieser Übersicht über alternative Studiengänge wollen wir euch eine umfassende Orientierung und Entscheidungsgrundlage bieten.

Studenten und Studentinnen, die den Beruf als Arzt bzw. Ärztin anstreben, werden jedoch um die Absolvierung eines Medizinstudiums nicht herumkommen.

Doch es gibt auch andere Wege, um bei seiner Arbeit Patientenkontakt zu haben und für die Prävention oder Behandlung von diversen Krankheiten zuständig zu sein.

Studienbereich: Medizintechnik

Studiengänge der Medizintechnik eignen sich für Personen, die medizinische Interessen aufweisen und zusätzlich technisch begabt sind. So kannst du später Untersuchungs- und Therapieverfahren entwickeln und maßgeblich an der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit von Patient/-innen beteiligt sein.

Im Studium wird eine Kombination aus technischem, ingenieurwissenschaftlichem und medizinischem Wissen gelehrt. Beliebte Studiengänge werden z.B. in den Bereichen Medizintechnik, Medizinische Radiologie-Technologie, Augenoptik/Optometrie, Gesundheitstechnologie, Hörakustik, Biomedical Engineering/Biomedizinische Technik oder Medical Engineering angeboten.

Das Berufsbild von Medizintechniker/-innen zeichnet sich durch die Entwicklung, Herstellung, Wartung und Reparatur (technischer Service), Optimierung medizintechnischer Geräte (z.B. Herzschrittmacher, EKG, Prothesen) und bildgebender Verfahren (z.B. MRT, CT) aus. Arbeitgeber sind häufig Medizintechnik-Unternehmen, Krankenhäuser, Gemeinschaftspraxen, Reha-Zentren, Zertifizierungsstellen und Forschungsinstitutionen.

Voraussetzungen | Persönliche Voraussetzungen sind die Passion an medizinischen Themen und eine gute analytische und mathematische Auffassungsgabe.

Medizintechniker/in, Rettungssanitäter/in oder Psychotherapeut/in: Gute Alternativen zum Arztberuf?Bild: sdecoret / AdobeStock

Studienbereich: Medizininformatik

Ähnlich wie bei der Medizintechnik, geht es in diesem Bereich darum, Systeme, Programme und Analyseverfahren zu entwickeln, die bei der Behandlung von Patienten und Patientinnen die richtige Hilfestellung bieten sollen. Dazugehörige Studieninhalte wie Informatik, Mathematik und Statistik, Programmierung, medizinische Biometrie und Software Engineering findest du in Studiengängen in Bereichen wie Medizinisches Informationsmanagement, Digital Health Engineering sowie Gesundheits- und Medizininformatik.

Voraussetzungen | Hier sind vor allem eine Passion bezüglich IT-Fachwissen, Programmiersprachen, medizinischen Themen und ein interdisziplinäres Denkvermögen eminent.

Studienbereich: Naturwissenschaften & Co.

Auch ein Studienfach aus dem Bereich der Natur- und Biowissenschaften, wie zum Beispiel Biologie, Physik, Chemie, Biomedizin, Biophysik, molekulare Medizin, Biochemie, Pharmazie oder Neurowissenschaften stellt eine ideale Alternative zum Medizinstudium dar. Je nach Studiengang liegt der Schwerpunkt der Studienfächer auf naturwissenschaftlichen Grundlagen der Biologie, Physik, Mathematik und Chemie sowie auf speziellen Themen wie medizinische Biologie, molekulare Medizin, Biotechnologie oder Pharmazie. Häufig finden Absolvent/-innen dieser Fachrichtung Karrieremöglichkeiten in Apotheken, Forschungsinstituten, Hochschulen und Pharmaunternehmen.

Voraussetzungen | In Berufen der Wissenschaft und Forschung sind auf jeden Fall analytisches Denken, naturwissenschaftliches Verständnis und konzentriertes Arbeiten Grundvoraussetzungen.

Studienbereich: Therapien und Sportmedizin

Um Kranke heilen zu können, muss man nicht unbedingt Medizin studieren. Als Physiotherapeut/in kannst du Klient/-innen bezugnehmend auf die Physiologie therapeutisch behandeln und beispielweise in Rehabilitations- und Sportzentren arbeiten. Auch im Profi- und Fitnesssport kommt es immer wieder zu Verletzungen des Bewegungsapparates, die professionell betreut werden müssen. Daher liegt bei Studiengängen der Physiotherapie ein großer Fokus auf der anatomischen Lehre und therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten. Dasselbe gilt für die Ergotherapie, Sportwissenschaft, Psychologie, Sportmedizin und Fitnesswissenschaft. Die Grundlage aller Berufe in diesem Fachbereich bildet die Vorbeugung von Krankheiten sowie die Unterstützung bei der Rehabilitation.

Voraussetzungen | Zu den persönlichen Voraussetzungen zählen Empathie, ein hohes Verantwortungsbewusstsein und anatomisches Interesse.

Studienbereich: Pflege

Patientenkontakt, einen Arbeitsplatz in einer Klinik oder in einem Krankenhaus und die Versorgung der Patienten und Patientinnen mit Medikamenten kannst du auch haben, ohne Arzt oder Ärztin zu sein. Als Pfleger/in übernimmst du in Krankenhäusern, Heimen oder Reha-Zentren genau diese Aufgaben und kümmerst dich um Menschen mit Behinderung, geistigen oder körperlichen Einschränkungen oder um alte Menschen. Passende Bachelor-Studiengänge liegen in der Pflegewissenschaft, Advanced Nursing Practice, Gerontologie oder in der Klinischen Pflege.

Voraussetzungen | Geeignete Bewerber/-innen sollten gut kommunizieren können, einfühlsam, belastbar und diszipliniert sein.

Warum sollte ich eine alternative Ausbildung im medizinischen Bereich wählen?Bild: Alexander Raths / AdobeStock

Studienbereich: Management in der Medizin

Studenten und Studentinnen, die nicht nur an Medizin, sondern auch an Betriebswirtschaft und an der Organisation von Ressourcen wie Geld und Personal in einer medizinischen Einrichtung interessiert sind, sollten medizinisches Management studieren. Beispielhafte Studiengänge werden in den Bereichen Health Care Management, Gesundheitsmanagement, Medizinmanagement, Medizinökonomie oder Medical Controlling angeboten.

Typische Tätigkeiten sind unter anderem die Ablauf- und Ressourcenplanung als Manager/in im Personal- und Gesundheitswesen, in der Pharmaindustrie und in Einrichtungen des Gesundheitssektors. Während des Studiums kannst du oft einen bestimmten Schwerpunkt wählen und im Anschluss daran nach spezifischen Stellen suchen.

Voraussetzungen | Für dieses Studium benötigst du ein ausgeprägtes Organisationstalent, Problemlösungskompetenzen, Interesse an Wirtschaft sowie Sozial- und Führungskompetenzen.

Studienbereich: Zahnmedizin

Neben der Humanmedizin gibt es noch weitere Medizinstudiengänge, wie zum Beispiel die Zahnmedizin. Wenn dir der Arztberuf im Allgemeinen zusagt, du aber keinen Medizin-Studienplatz bekommen hast, ist dies eine gute Alternative. Viele Absolventen und Absolventinnen streben die Option an, eine eigene Praxis zu eröffnen. Weitere mögliche Arbeitsplätze liegen in der Forschung und Lehre, in Kliniken oder in der Kieferorthopädie.

Voraussetzungen | Auch in der Bewerbungsphase des Zahnmedizinstudiums gilt ein guter NC bzw. das Aufnahmetestergebnis als relevante Zulassungsvoraussetzung, allerdings war der geforderte NC der letzten Semester niedriger als der des Humanmedizinstudiums. Interesse am menschlichen Körper und an dessen Anatomie, sowie im Speziellen an Themen der Zahnheilkunde, sind hier offensichtlich von Vorteil. Du solltest zudem diszipliniert lernen können und gerne mit Menschen arbeiten.

Studienbereich: Veterinärmedizin

Kein Platz im Medizinstudium trotz Leidenschaft für die medizinische Tätigkeit. Wie wäre es als Alternative mit Tieren als Patienten bzw. Patientinnen? Die Aufgabengebiete der Veterinär- bzw. Tiermedizin sind denen der Humanmedizin sehr ähnlich, da Tiere und Menschen gleichartige Krankheiten bekommen können. Die größten Unterschiede liegen in der Anatomie, Medikamentenvergabe und in speziellen Vertiefungen wie Lebensmittelhygiene oder Zucht.

Voraussetzungen | Tierliebe und ein Grundverständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge sind die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start ins Studium.

Überblick über Inhalte sowie Möglichkeiten nach dem Abschluss von Medizin-Alternativen.Bild: Rido / AdobeStock

Studienbereich: Pädagogik & Psychologie

Kannst du dir vorstellen, dein Wissen später einmal an einer Schule weiterzugeben? Viele Absolvent/-innen teilen ihre praktischen Erfahrungen und geben Unterricht an Fachhochschulen und Berufsschulen zu den Themen Psyche, Erziehungswissenschaften, Medizinpädagogik und Erziehung. Studiengänge in diesem Bereich fokussieren sich z.B. auf die Medizinpädagogik, Pflegepädagogik, Gesundheitspädagogik, Erziehungswissenschaften, Gesundheitspsychologie, Psychologie und Heilpädagogik.

Voraussetzungen | Ein Verständnis für den Zusammenhang von Fachwissen und Didaktik ist eminent.

Studienbereich: Gesundheitswissenschaften und Ernährung

Ein Studiengang im Bereich Gesundheitswesen, Fitness oder Ernährung wie beispielsweise das Studium der Ernährungswissenschaft, Diätetik, Ernährungstherapie/Clinical Nutrition oder Ernährungsberatung, bietet ebenfalls eine gute Alternative. Die Gesundheitsförderung steht nämlich in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Medizin.

Voraussetzungen | Zu den persönlichen Voraussetzungen sollten Empathie, Kommunikationsfähigkeit und ein Interesse an Gesundheits- und Ernährungsthemen zählen.

Bild: Microgen / AdobeStock

Sonstiges

In der Medizin arbeiten nicht nur Ärzte und Ärztinnen. Auch Rettungssanitäter/-innen, Rettungsmanager/-innen oder medizinische Assistent/-innen nehmen eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen ein. Durch die passende Ausbildung mittels Studium - wie z.B. in den Bereichen Physician Assistance/Medizinische Assistenz, Rettungswesen, Notfallhilfe sowie Rettungsmanagement bzw. Rescue Management - ebnest du dir den Weg in dieses Berufsfeld. Durch einen Studiengang, der in Englisch abgehalten wird, erlangst du die Chance, auch im Ausland zu leben und zu arbeiten.

Voraussetzungen | Zur erfolgreichen Absolvierung eines solchen Studiums solltest du an Gesundheits- und Medizinthemen interessiert sein, empathisch und organisationstark sein. Für einen englischen Studiengang wird neben den üblichen formellen Zulassungsvoraussetzungen zusätzlich ein Nachweis eines Sprachlevels von mindestens B2 benötigt.

FAQ

Welche Berufsfelder gibt es im Gesundheitssektor neben der Humanmedizin noch?

Alternativen zum Medizinstudium bieten dir die Bereiche Medizintechnik, Medizininformatik, Sportmedizin, Therapieanwendungen, Pflegewissenschaften, Medizinmanagement, Naturwissenschaften, Ernährungs- und Gesundheitswissenschaften, die Zahn- und Veterinärmedizin sowie die Psychologie und die Pädagogik.

Warum ist es so schwer einen Studienplatz zu bekommen?

Es bewerben sich jedes Jahr mehr Personen für ein Studium der Medizin, als tatsächlich Plätze frei sind. Daher wurden für die Bewerbung Hürden, wie beispielsweise der Numerus Clausus (DE) oder Aufnahmeprüfungen (AT/CH), eingeführt.

Was spricht für alternative Studiengänge im Bereich Medizin/Gesundheit?

Unser Gesundheitssystem besteht nicht nur aus klassischen Arztberufen, sondern aus vielseitigen Angeboten der Prävention von Krankheiten und der Förderung von Gesundheit. Es werden daher diverse Fachkräfte aus den unterschiedlichen medizinischen Fachbereichen benötigt.