LLM Studium: Was ist ein Master of Laws (LL.M.)?
LLM Studium: Was ist ein Master of Laws (LL.M.)?
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Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen, Unternehmensberater/-innen und Wirtschaftsprüfer/-innen - bei ihnen kann man den akademischen Grad Master of Laws (LL.M.) finden. Doch warum tragen ihn so viele unterschiedliche Berufsgruppen? Und was steckt dahinter? In diesem Text erklären wir, was ein LL.M.-Studium ausmacht, welche Voraussetzungen gelten und für wen sich der Master of Laws lohnt. Du bekommst außerdem einen Überblick über Studieninhalte, Dauer, Kosten und Berufschancen.
LL.M. auf einen Blick: Ein LL.M. Studium ist ein Master- oder Aufbaustudium im Bereich Recht. Der Abschluss Master of Laws richtet sich vor allem an Jurist/-innen, Wirtschaftsjurist/-innen sowie Absolvent/-innen anderer Fachrichtungen, die sich rechtlich spezialisieren möchten. Je nach Studiengang stehen zum Beispiel Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, IT-Recht, internationales Recht oder Europarecht im Mittelpunkt.

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Was ist ein LL.M.?
Zunächst zu den Begrifflichkeiten: LL.M. steht für "Legum Magister/Magister Legum" bzw. für "Master of Laws" (in der Schweiz: Master of Law). Wichtig ist auch, dass die Schreibweise variieren kann: Von LLM über LL.M bis LL.M. oder LL. M. kann man viele Schreibweisen finden.
LL.M.-Studiengänge stellen eine juristische Zusatzqualifikation dar, es sind also Master-Studiengänge, mit denen man sich auf einen Rechtsbereich spezialisieren kann. Doch es handelt sich dabei nicht (immer) um eine juristische Ausbildung im klassischen Sinn, also um eine solche, mit der man Richter/Richterin oder Anwalt/Anwältin werden könnte. Denn dafür benötigt man ein in Deutschland ein Jura-Studium und beide Staatsexamen.
Vielmehr ist der LL.M. ein Postgraduierten-Abschluss, den man nach einem ersten Studienabschluss erhalten kann. Dieser erste Studienabschluss kann ein Jura-Studium sein, muss es aber nicht; es kann sich auch um einen nicht-jurabezogenen Studiengang handeln. Die Studierenden haben also nicht alle denselben akademischen Hintergrund.
Mittlerweile gibt es - zumindest in Österreich - bereits Studienprogramme im Bereich Recht/Jura, die mit einem LL.B. und LL.M. abschließen und dir anschließend den Zugang zu typischen juristischen Berufen ermöglichen. Diese Studienform ist dem klassischen Jura-Studium (1. Staatsexamen bzw. Mag. iur.) also ebenbürtig.
Hat man Jura studiert, kann der LL.M.-Studiengang auf jeden Fall nach dem zweiten Staatsexamen belegt werden. Doch auch nach dem ersten Staatsexamen ist dies bereits möglich, dann müssen allerdings gegebenenfalls höhere Voraussetzungen erfüllt werden. Jurist/-innen sowie Wirtschaftsjurist/-innen können sich durch LL.M.-Studienangebote weiterqualifizieren, sodass sie ein ganz persönliches Profil entwickeln können, um sich von der Konkurrenz abzuheben und für bestimmte Jobs besser zu qualifizieren.
LL.M.-Studiengänge lassen sich dabei in unterschiedlichen Rechtsbereichen finden, beispielsweise bei Wirtschaftsrecht, Seerecht, Verfassungsrecht, Internationales Recht, Steuerrecht, Verwaltungsrecht, Medienrecht, Sportrecht oder Umweltrecht. Mithilfe eines solchen Master-Studiengangs kann man die eigenen Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen, da solch eine Zusatzqualifikation bzw. Weiterbildung von Arbeitgebern gerne gesehen wird.
Der Executive LL.M. und Professional LL.M. werden neben dem normalen LL.M. ebenfalls als Zusatzqualifikationen angeboten. Diese haben ähnliche Studieninhalte, sind jedoch berufsbegleitend konzipiert und meist benötigt man mehrere Jahre Berufserfahrung.
Was ist der Unterschied zwischen LL.B. und LL.M.?
Ist man auf der Suche nach einem rechtsbezogenen Studiengang, taucht nicht nur der Abschluss LL.M., sondern auch der LL.B. auf.Doch worin unterscheiden sich die beiden Abschlüsse?
Der wichtigste Unterschied zwischen LL.B. und LL.M. liegt im Studienniveau: Der LL.B., also Bachelor of Laws, ist ein grundständiger Bachelorabschluss und bezeichnet einen ersten akademischen Abschluss im Bereich Recht.. Der LL.M., der Master of Laws, ist hingegen ein weiterführender Masterabschluss und baut in der Regel auf einem bereits abgeschlossenen Studium auf.

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Master of Laws (LL.M.)-Studium: Dauer, Aufbau und Inhalte
LL.M.-Studiengänge in Deutschland dauern in der Regel ein bis zwei Jahre. Besonders, wenn man sein Master-Studium im Ausland absolviert, kann die Studiendauer kürzer sein (bei Vollzeit-Programmen). Studierende haben dabei mehrere Möglichkeiten: Sie können den Master of Laws Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend studieren, abhängig von der jeweiligen Hochschule. Auch ein Fernstudium in diesem Bereich ist möglich.
Die Inhalte eines LL.M.-Studiums hängen stark vom jeweiligen Schwerpunkt ab. Häufig stehen rechtliche Spezialgebiete wie Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, Europarecht, internationales Recht, IT-Recht, Datenschutzrecht, Medizinrecht, Arbeitsrecht oder Compliance im Mittelpunkt. Viele Studiengänge verbinden juristische Fachkenntnisse mit wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder internationalen Fragestellungen.
Neben Vorlesungen und Seminaren gehören oft Fallstudien, Projektarbeiten, Moot Courts, Verhandlungsübungen oder die Analyse aktueller Rechtsfragen zum Studium. Am Ende wird meist eine Masterarbeit verfasst, in der ein rechtliches Thema vertieft bearbeitet wird.
Doch neben den fachlichen Inhalten werden auch häufig Soft Skills und persönliche Kompetenzen entwickelt. So sind oft auch Kommunikation, Verhandlung, Präsentationstechniken und interkulturelle Elemente weitere Studieninhalte.
Für wen eignet sich ein LL.M. Studium?
Ein LL.M. Studium eignet sich besonders für Personen, die bereits ein juristisches oder wirtschaftsnahes Studium abgeschlossen haben und sich gezielt auf ein Rechtsgebiet spezialisieren möchten. Für Volljurist/-innen ist der LL.M. häufig eine Zusatzqualifikation, etwa im Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, internationalen Recht oder IT-Recht. Für Wirtschaftsjurist/-innen kann der Master of Laws den fachlichen Schwerpunkt vertiefen und den Einstieg in Rechtsabteilungen, Beratung oder Verwaltung erleichtern.
Auch für Absolvent/-innen anderer Fachrichtungen kann ein LL.M. interessant sein, wenn ihr Berufsfeld rechtliche Kenntnisse erfordert. Das gilt zum Beispiel für Management, Gesundheitswesen, Personalwesen, Compliance, Datenschutz oder Finanzdienstleistungen. Ob eine Zulassung möglich ist, hängt allerdings stark vom jeweiligen Studiengang und den Voraussetzungen der Hochschule ab.
Vorteile und Nachteile eines LL.M. Studiums
Ein Master-Studium dieser Art bietet Jurist/-innen, aber auch Nicht-Jurist/-innen die Möglichkeit, bestimmte Rechtsbereiche zu vertiefen und sich so auf ein Feld zu spezialisieren. Liegt also das persönliche Interesse auf einem spezifischen Rechtsfeld oder hat man den Wunsch, in diesem speziellen Bereich zu arbeiten, bietet sich ein LL.M.-Studium an.
Diese Möglichkeit zur Spezialisierung ist auch einer der Vorteile dieses Studiums. Darüber hinaus erhält man generell tiefergehende Kenntnisse mehrerer Rechtsgebiete und fördert die eigene Karriere.
Doch was man beachten sollte, ist, dass LL.M.-Studiengänge nicht (immer) dazu berechtigen, die "klassischen" Rechtsberufe zu ergreifen. (Ausnahme bilden hierbei lediglich die rechtswissenschaftlichen Bachelor-Master-Programme, die speziell dafür konzipiert wurden, um nach dem Abschluss in volljuristischen Bereichen tätig zu werden.)
Auch die Kosten können ein Nachteil sein. Dafür wird eine solche Qualifikation oft hoch angesehen.
Doch wann eignet sich ein solches Studium? Möchte man entweder Wirtschaftsjurist/in werden oder sich nach einem anderen Studienabschluss weiter spezialisieren und einen Schwerpunkt setzen, sind LL.M.-Studiengänge eine gute Option. Studierende sollten für die LL.M.-Programme auf jeden Fall Interesse am Thema Recht und Rechtswissenschaften zeigen.

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Karrierechancen nach dem Postgraduierten-Abschluss
Großartige Karrieremöglichkeiten finden sich für Absolvent/-innen bei Banken, in der Unternehmensberatung, bei (Insolvenz-)Verwaltungen oder bei Versicherungen. Auch Verbände und Organisationen (international und in Europa) können zu den späteren Arbeitgebern zählen.
Darüber hinaus kann man als Wirtschaftsjurist/in auch in Anwalts-Kanzleien arbeiten, übernimmt dann aber andere Aufgaben als ein Anwalt/eine Anwältin. Der öffentliche Dienst und Tätigkeiten im Personalmanagement oder in Rechtsabteilungen unterschiedlicher Unternehmen stehen Absolventen und Absolventinnen ebenfalls zur Auswahl.
Wichtig ist, dass bei der Berufswahl immer auch die spezifische Qualifikation zu beachten ist, also die Frage, auf welchen Rechtsbereich man sich konzentriert hat und welches Erststudium man belegt hat.
So können aus dem LL.M. drei Gruppen hervorgehen:
- Volljurist/-innen (vorher Staatsexamen, dann LL.M. Dieser dient aber nur der Spezialisierung)
- Wirtschaftsjurist/-innen (LL.B. und LL.M.)
- Betriebswirt/-innen mit juristischer Expertise (vorher schon Betriebswirt/in, dann LL.M. Dieser dient aber nur der Spezialisierung)
Alles in allem ist aber auch die Promotion denkbar.
Durch das Spezialisieren haben Absolvent/-innen die Möglichkeit, sich von Konkurrent/-innen abzuheben und somit die Berufschancen zu verbessern. Denn: Zusätzliche Qualifikationen werden von Arbeitgebern gerne gesehen. Hat man die LL.M.-Studiengänge im Ausland absolviert, zeigt man zusätzlich, dass man über gute Kenntnisse einer anderen Sprache verfügt.
Wichtig ist auch, dass man - je nach Beruf und Branche - mit Wirtschaftswissenschaftler/-innen konkurrieren muss. Gerade hier bietet sich eine Spezialisierung in der Regel an, ebenso wie Auslandsaufenthalte.
Welche Voraussetzungen braucht man für den Master of Laws?
Zu den Zugangsvoraussetzungen der Universitäten gehören vor allem der Bachelor of Laws (Nicht-Jurist/-innen) oder die erste/zweite Staatsprüfung (Jurist/-innen). Bewerber/-innen müssen außerdem oft einen gewissen NC nachweisen, sie müssen ihr Erststudium also mit einer guten Note abgeschlossen haben.
Doch auch Betriebswirt/-innen, die in vorangegangenen Studiengängen Schwerpunkte in den Rechtswissenschaften/im rechtlichen Bereich allgemein hatten, bzw. manchmal auch Student/-innen aus anderen Disziplinen (z.B. Medizin, Gesundheitswesen) können sich für den LL.M. entscheiden. Unter Umständen wird man auch ohne Studienabschluss zugelassen, dann muss man allerdings eine Eignungsprüfung machen.
An manchen Hochschulen ist auch Berufserfahrung von mindestens einem Jahr oder zumindest der Nachweis über rechtsbezogene Interessen als Voraussetzung vorgesehen und auch Fremdsprachenkenntnisse können verlangt werden.
Kosten
An staatlichen Hochschulen werden für ein LL.M.-Studium oft nur Semesterbeitrage oder moderate Gebühren eingehoben, an privaten Hochschulen werden häufig mehrere tausend bis über 20.000 Euro verlangt. Vor allem berufsbegleitende Programme sind oft kostenpflichtig. An einer ausländischen Hochschule (außerhalb des deutschsprachigen Raums) können sich die Kosten aber auch auf einen mittleren fünfstelligen Bereich belaufen. Stipendien oder Darlehen können bei der Finanzierung helfen.

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FAQ
Was bedeutet LL.M.?
LL.M. steht für Master of Laws und bezeichnet einen Masterabschluss im Bereich Recht. Die Abkürzung geht auf die lateinische Bezeichnung Legum Magister bzw. Magister Legum zurück.
Was kann man mit einem LL.M. machen?
Man arbeitet bei Banken, in der Unternehmensberatung, bei Verwaltungen, bei Versicherungen, Verbänden, Organisationen, im Personalmanagement oder in Rechtsabteilungen von Unternehmen. Wichtig ist der thematische Schwerpunkt des Studiums.
Kann man einen LL.M. ohne Jura-Studium machen?
Ja, teilweise ist ein LL.M. auch ohne klassisches Jura-Studium möglich. Einige Studiengänge richten sich zum Beispiel an Absolvent/-innen aus Wirtschaft, Management, Technik, Medizin oder anderen Fachrichtungen, sofern ein fachlicher Bezug zum Recht besteht. Die genauen Voraussetzungen legt aber immer die jeweilige Hochschule fest.
Kann man mit dem Master of Laws Rechtsanwalt werden?
In Deutschland reicht ein LL.M. allein in der Regel nicht aus, um Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin zu werden. Dafür benötigt man normalerweise die klassische juristische Ausbildung mit Staatsexamen und Referendariat.
Für wen lohnt sich ein LL.M.?
Ein LL.M. lohnt sich vor allem für Personen, die sich auf ein bestimmtes Rechtsgebiet spezialisieren oder ihr berufliches Profil schärfen möchten. Besonders sinnvoll kann er in Bereichen wie Wirtschaftsrecht, Steuerrecht, IT-Recht, Compliance, Datenschutz oder internationalem Recht sein.