LLM Studium: Was ist ein Master of Laws (LL.M.)?

Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen, Unternehmensberater/-innen und Wirtschaftsprüfer/-innen - bei ihnen kann man den akademischen Grad Master of Laws (LL.M.) finden. Doch warum tragen ihn so viele unterschiedliche Berufsgruppen? Und was steckt dahinter? Kurze Juristen-Antwort vorweg: Es kommt darauf an...

Die Abkürzung LL.M. steht für Master of Laws.Bild: mojo_cp / AdobeStock

Allgemeines zum Studium Master of Laws (LL.M.)

Zunächst zu den Begrifflichkeiten: LL.M. steht für "Legum Magister/Magister Legum" bzw. für "Master of Laws" (in der Schweiz: Master of Law). Wichtig ist auch, dass die Schreibweise variieren kann: Von LLM über LL.M bis LL.M. oder LL. M. kann man viele Schreibweisen finden.

LL.M.-Studiengänge stellen eine juristische Zusatzqualifikation dar, es sind also Master-Studiengänge, mit denen man sich auf einen Rechtsbereich spezialisieren kann. Doch es handelt sich dabei nicht (immer) um eine juristische Ausbildung im klassischen Sinn, also um eine solche, mit der man Richter/in oder Anwalt/Anwältin werden könnte. Denn dafür benötigt man ein Jura-Studium und beide Staatsexamen.

Vielmehr ist der LL.M. ein Postgraduierten-Abschluss, den man nach einem ersten Studienabschluss erhalten kann. Dieser erste Studienabschluss kann ein Jura-Studium sein, muss es aber nicht; es kann sich auch um einen nicht-jurabezogenen Studiengang handeln. Die Studierenden haben also nicht alle denselben akademischen Hintergrund.

In jüngster Vergangenheit wurden außerdem Studienprogramme im Bereich Recht/Jura entwickelt, die mit einem LL.B. und LL.M. abschließen und dir anschließend den Zugang zu typischen juristischen Berufen ermöglichen. Diese Studienform ist dem klassischen Jura-Studium (1. Staatsexamen bzw. Mag. iur.) also ebenbürtig. Ein solches Studium kannst du beispielsweise in Österreich absolvieren.

Hat man Jura studiert, kann der LL.M.-Studiengang auf jeden Fall nach dem zweiten Staatsexamen belegt werden. Doch auch nach dem ersten Staatsexamen ist dies bereits möglich, dann müssen allerdings gegebenenfalls höhere Voraussetzungen erfüllt werden. Juristen und Juristinnen können sich durch LL.M.-Studienangebote weiterqualifizieren, sodass sie ein ganz persönliches Profil entwickeln können, um sich von der Konkurrenz abzuheben und für bestimmte Jobs besser zu qualifizieren.

LL.M.-Studiengänge lassen sich dabei in unterschiedlichen Rechtsbereichen finden (Seerecht, Wirtschaftsrecht, IT-Recht, Europäisches Recht, Umweltrecht usw.), in der Informationstechnologie, in Bezug auf Finanzdienstleistungen oder aber - an manchen Hochschulen - in Nischenbereichen (Medienrecht, Sportrecht). Mithilfe eines solchen Master-Studiengangs kann man die eigenen Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen, da solch eine Zusatzqualifikation bzw. Weiterbildung von Arbeitgebern gerne gesehen wird.

Der Executive LL.M. und Professional LL.M. werden neben dem normalen LL.M. ebenfalls als Zusatzqualifikationen angeboten. Diese haben ähnliche Studieninhalte, sind jedoch berufsbegleitend konzipiert.

Nach LL.M.-Studiengängen ist auch die Promotion denkbar.Bild: snowing12 / AdobeStock

LL.M.- vs. LL.B.-Studium

Ist man auf der Suche nach einem rechtsbezogenen Studiengang, taucht nicht nur der Abschluss LL.M., sondern auch der LL.B. auf. "Doch worin liegt der Unterschied?", werden sich einige nun fragen.

Der größte Unterschied liegt darin, dass es sich beim LL.M.-Studium um einen Master (Aufbaustudium) handelt und beim LL.B. um einen Bachelor (Bachelor of Laws).

Zu unserem umfangreichen LLM-Studienangebot gelangst du hier.
Alle Studiengänge, die mit einem Bachelor of Laws abschließen, findest du hier.

Master of Laws (LL.M.)-Studium: Aufbau und Inhalte

LL.M.-Studiengänge in Deutschland dauern in der Regel zwei Jahre, manchmal aber auch nur ein Jahr. Besonders, wenn man sein Master-Studium im Ausland absolviert, kann die Studiendauer kürzer sein (bei Vollzeit-Programmen). Studierende haben dabei mehrere Möglichkeiten: Sie können den Master of Laws Vollzeit und Teilzeit studieren, manchmal aber auch berufsbegleitend. Auch ein Fernstudium in diesem Bereich ist möglich.

Im beliebten Wirtschaftsrecht-Studiengang werden an der Hochschule beispielsweise Informationen zum Arbeitsrecht, Handelsrecht, zu Verträgen und zum Steuerrecht vermittelt. Darüber hinaus geht es um Kredite, das Wirtschaftsrecht allgemein und das Unternehmenssteuerrecht. Auch internationales Recht wird gelehrt, ebenso Insolvenzrecht, Personalwirtschaft und Finanzmanagement.

Gegen Ende muss eine Masterarbeit verfasst werden. Unter Umständen muss ebenso ein Praktikum absolviert werden, oft wählt man einen Schwerpunkt im Studium.

Doch neben den fachlichen Inhalten werden auch häufig Soft Skills und persönliche Kompetenzen entwickelt. So sind oft auch Kommunikation, Verhandlung, Präsentationstechniken und interkulturelle Elemente weitere Studieninhalte.

Warum ein Master of Laws-Studium?

Master of Laws: Vorteile und Nachteile

Ein Master-Studium dieser Art bietet Juristen/Juristinnen, aber auch Nicht-Juristen/Juristinnen die Möglichkeit, bestimmte Rechtsbereiche zu vertiefen und sich so auf ein Feld zu spezialisieren. Liegt also das persönliche Interesse auf einem spezifischen Rechtsfeld oder hat man den Wunsch, in diesem speziellen Bereich zu arbeiten, bietet sich ein LL.M.-Studium an.

Diese Möglichkeit zur Spezialisierung ist auch einer der Vorteile dieses Studiums. Darüber hinaus erhält man generell tiefergehende Kenntnisse mehrerer Rechtsgebiete und fördert die eigene Karriere.

Doch was man beachten sollte, ist, dass LL.M.-Studiengänge nicht (immer) dazu berechtigen, die "klassischen" Rechtsberufe zu ergreifen. (Ausnahme bilden hierbei lediglich die rechtswissenschaftlichen Bachelor-Master-Programme, die speziell dafür konzipiert wurden, um nach dem Abschluss in volljuristischen Bereichen tätig zu werden.)

Auch die Kosten können ein Nachteil sein. Dafür wird eine solche Qualifikation oft hoch angesehen.

Doch wann eignet sich ein solches Studium? Möchte man entweder Wirtschaftsjurist/in werden oder sich nach einem anderen Studienabschluss weiter spezialisieren und einen Schwerpunkt setzen, sind LL.M.-Studiengänge eine gute Option. Studierende sollten für die LL.M.-Programme auf jeden Fall Interesse am Thema Recht und Rechtswissenschaften zeigen.

Das LLM-Studium bietet eine zusätzliche Qualifikation.Bild: Gina Sanders / AdobeStock

Karrierechancen nach dem Postgraduierten-Abschluss

Großartige Karrieremöglichkeiten finden sich für Absolventen und Absolventinnen bei Banken, in der Unternehmensberatung, bei (Insolvenz-)Verwaltungen oder bei Versicherungen. Auch Verbände und Organisationen (international und in Europa) können zu den späteren Arbeitgebern zählen.

Darüber hinaus kann man als Wirtschaftsjurist/in auch in Anwalts-Kanzleien arbeiten, übernimmt dann aber andere Aufgaben als ein Anwalt/eine Anwältin. Der öffentliche Dienst und Tätigkeiten im Personalmanagement oder in Rechtsabteilungen unterschiedlicher Unternehmen stehen Absolventen und Absolventinnen ebenfalls zur Auswahl.

Wichtig ist, dass bei der Berufswahl immer auch die spezifische Qualifikation zu beachten ist, also die Frage, auf welchen Rechtsbereich man sich konzentriert hat und welches Erststudium man belegt hat.

So können aus dem LL.M. drei Gruppen hervorgehen:

  • Volljurist/-innen (vorher Staatsexamen, dann LL.M. Dieser dient aber nur der Spezialisierung)
  • Wirtschaftsjurist/-innen (LL.B. und LL.M.)
  • Betriebswirt/-innen mit juristischer Expertise (vorher schon Betriebswirt/in, dann LL.M. Dieser dient aber nur der Spezialisierung)

Alles in allem ist aber auch die Promotion denkbar.

Durch das Spezialisieren haben Absolventen und Absolventinnen die Möglichkeit, sich von Konkurrent/-innen abzuheben und somit die Berufschancen zu verbessern. Denn: Zusätzliche Qualifikationen werden von Arbeitgebern gerne gesehen. Hat man die LL.M.-Studiengänge im Ausland absolviert, zeigt man zusätzlich, dass man über gute Kenntnisse einer anderen Sprache verfügt.

Wichtig ist auch, dass man - je nach Beruf und Branche - mit Wirtschaftswissenschaftler/-innen konkurrieren muss. Gerade hier bietet sich eine Spezialisierung in der Regel an, ebenso wie Auslandsaufenthalte.

Da man nach Abschluss des Studiums kein/e Volljurist/in ist, kann man nicht in klassischen juristischen Berufen arbeiten.

Voraussetzungen und Bewerbung

Zu den Zugangsvoraussetzungen der Universitäten gehören vor allem der Bachelor of Laws (Nicht-Jurist/-innen) oder die erste/zweite Staatsprüfung (Jurist/-innen). Bewerber/-innen müssen außerdem oft einen gewissen NC nachweisen, sie müssen ihr Erststudium also mit einer guten Note abgeschlossen haben.

Doch auch Betriebswirt/-innen, die in vorangegangenen Studiengängen Schwerpunkte in den Rechtswissenschaften/im rechtlichen Bereich allgemein hatten, bzw. manchmal auch Student/-innen aus anderen Disziplinen (z.B. Medizin, Gesundheitswesen) können sich für den LL.M. entscheiden. Unter Umständen wird man auch ohne Studienabschluss zugelassen, dann muss man allerdings eine Eignungsprüfung machen.

An manchen Hochschulen ist auch Berufserfahrung von mindestens einem Jahr oder zumindest der Nachweis über rechtsbezogene Interessen als Voraussetzung vorgesehen und auch Fremdsprachenkenntnisse können verlangt werden.

Um an den Hochschulen zum Master of Laws zugelassen zu werden, muss man sich zunächst (meist online) bewerben, dann folgt eventuell ein Bewerbungsgespräch. Den Bewerbungsunterlagen sollten teilweise auch ein Empfehlungsschreiben und ein Motivationsschreiben beiliegen.

Kosten

In Deutschland liegen die Gesamtkosten alles in allem im vierstelligen oder eher niedrigen fünfstelligen Bereich, an einer ausländischen Hochschule (außerhalb des deutschsprachigen Raums) können sich diese aber auch auf einen mittleren fünfstelligen Bereich belaufen. Stipendien oder Darlehen können bei der Finanzierung helfen.

Karriere durch Spezialisierung in einem Rechtsgebiet.Bild: Valerii Evlakhov / AdobeStock

FAQ

Was ist der LL.M.?

Den LL.M. erhält man nach Abschluss eines Master of Laws-Studiums, es ist also ein akademischer Grad. Macht man den LL.B. und den LL.M., erhalten Absolventen und Absolventinnen den Titel "Wirtschaftsjurist/in".

Was kann man mit einem LL.M. machen?

Man arbeitet bei Banken, in der Unternehmensberatung, bei Verwaltungen, bei Versicherungen, Verbänden, Organisationen, im Personalmanagement oder in Rechtsabteilungen von Unternehmen. Wichtig ist der thematische Schwerpunkt des Studiums.

Wo kann man einen Master of Laws machen?

Einen LL.M. kann man in Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch im Ausland machen, er wird in vielen Ländern angeboten.

Kann man mit dem Master of Laws Rechtsanwalt werden?

Nein, klassische Rechtsberufe sind nicht möglich. Juristen und Juristinnen müssen Jura/Rechtswissenschaften studieren. Es gibt aber spezielle Bachelor-Master-Programme in den Rechtswissenschaften, die speziell für die volljuristischen Bereiche ausbilden, diese werden aber nur sehr selten angeboten.