Journalist werden
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Inhaltsverzeichnis
Journalist/in werden: Viele Studienrichtungen führen zum Ziel!
Spannende Storys zu recherchieren und mit interessanten Persönlichkeiten ins Gespräch zu kommen klingt nach deinem Traumberuf? Du interessierst dich für aktuelle Themen, recherchierst gerne und möchtest komplexe Zusammenhänge verständlich erklären? Du willst hinter die Kulissen blicken und vielleicht auch Themen aufs Podest holen, die eher selten thematisiert werden? Dann ist der Beruf Journalist/in wie für dich geschaffen!
Wie aber wird man Journalist/in? Um diesen Beruf ausüben zu können, kommen zahlreiche Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten infrage. Welche das sind, erfährst du in diesem Text. Zunächst wollen wir aber noch ein paar grundlegende Fragen zum Beruf des Journalisten bzw. der Journalistin klären.
Bild: wellphoto / AdobeStock
Kann jede/r Journalist/in werden?
Prinzipiell kann jede und jeder, die/der sich dafür interessiert, Journalist/in werden. Da es sich hierbei um eine ungeschützte Berufsbezeichnung handelt, gibt es auch keinen vorgeschriebenen Bildungsweg. Ein Journalismusstudium ist eine Möglichkeit, aber längst nicht die einzige. Auch mit einem Fachstudium, einer Journalistenschule, einem Volontariat oder viel praktischer Erfahrung kannst du in den Beruf einsteigen.
Journalist/-innen haben unterschiedliche Berufsbezeichnungen und Aufgaben. So können sie als Redakteur/-innen, Moderator/-innen sowie Reporter/-innen beschäftigt sein. Höhere Positionen sind die als Chefredakteur/in, Herausgeber/in, Ressortleiter/in oder Chef/Chefin vom Dienst (CvD).
Warum sollte ich Journalist/in werden?
Über soziale Netzwerke, Videoplattformen und KI-Chatbots verbreiten sich Nachrichten heute besonders schnell. Gleichzeitig ist häufig schwer zu erkennen, woher eine Information stammt und ob sie zuverlässig ist. KI-generierte Bilder, Stimmen und Videos können echt wirken, obwohl sie manipuliert oder vollständig erfunden sind. Dadurch gewinnen journalistische Recherche, Faktenprüfung und Einordnung an Bedeutung.
Journalist/-innen prüfen Behauptungen, vergleichen Quellen, decken Missstände auf und machen komplizierte Entwicklungen verständlich. Sie tragen damit zur öffentlichen Meinungsbildung und zur demokratischen Kontrolle bei. Dabei informieren sie nicht nur, sondern ordnen Ereignisse ein und machen unterschiedliche Perspektiven sichtbar. Das geschieht längst nicht mehr nur über Zeitungen, Radio oder Fernsehen.
Onlineportale, Podcasts, Newsletter, Apps und soziale Netzwerke sind mittlerweile wichtige Medienformate. Heute greifen Menschen weltweit häufiger über soziale Medien und Videoplattformen auf Nachrichten zu als über die eigenen Websites und Apps von Medienunternehmen. Besonders bei jüngeren Menschen spielen YouTube, Instagram, TikTok, News-Creators und zunehmend auch KI-Chatbots eine wichtige Rolle.
Bild: nd3000 / Fotolia.com
Wer ist Journalist/in?
Ein/e Journalist/in ist grundsätzlich jemand, der/die:
- hauptberuflich für ein Medium oder ein Medienunternehmen arbeitet (z.B. Print-Zeitung, Online-Redaktionen, Fernsehen, Radiosender, Nachrichtenagentur)
- redaktionelle Beiträge konzipiert, also z.B. Texte und Artikel schreibt, Videos erstellt, im Fernsehen die Nachrichten moderiert oder im Radio/Rundfunk als Sprecher/in arbeitet, etc.
- angestellt oder als freie/r Mitarbeiter/in tätig ist (für die geleistete Arbeit also Geld verdient)
Möchtest du mehr über den Beruf Journalist/in erfahren? Dann wirst du hier fündig! Dabei erfährst du etwa, was genau Journalist/-innen machen, wo sie arbeiten und viel mehr!
Passt der Beruf Journalist/in zu mir?
Eine gute Ausdrucksweise ist wichtig, reicht aber nicht aus. Du solltest gerne Fragen stellen, genau arbeiten und bereit sein, deine eigene Einschätzung immer wieder zu überprüfen. Hilfreich sind insbesondere die folgenden Voraussetzungen:
- Neugier und eine gute Allgemeinbildung
- Interesse am aktuellen Geschehen
- sehr gute Sprachkenntnisse
- kritisches Denken
- Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein
- Offenheit gegenüber unterschiedlichen Menschen
- Eigeninitiative und Durchhaltevermögen
- technische Kenntnisse, z.B. Umgang mit Content-Management-Systemen, Suchmaschinen sowie Audio-, Video- und Bildbearbeitung
- ein sicherer Umgang mit digitalen Medien
- die Fähigkeit, unter Zeitdruck konzentriert zu arbeiten
- Bereitschaft zur Zusammenarbeit und konstruktiver Kritik
Je nach Arbeitsbereich können außerdem Datenjournalismus, Programmierkenntnisse oder Informationssicherheit relevant sein. Auch Plattformkompetenz gehört dazu: Ein Hintergrundbericht für eine Zeitung funktioniert anders als ein kurzer Erklärfilm, ein Podcast, ein Liveticker oder ein Beitrag für TikTok und Instagram. Journalist/-innen müssen Inhalte für das jeweilige Format aufbereiten, ohne dabei Genauigkeit und Kontext zu verlieren.
Künstliche Intelligenz gehört inzwischen zum journalistischen Arbeitsalltag. Sie kann beispielsweise dabei helfen, Interviews zu transkribieren, Daten auszuwerten oder Texte zu übersetzen. KI ersetzt jedoch keine sorgfältige journalistische Arbeit. Generierte Inhalte können falsche Angaben, erfundene Quellen oder verzerrte Darstellungen enthalten. Journalist/-innen müssen Ergebnisse deshalb überprüfen und transparent damit umgehen, wie KI eingesetzt wurde. Auch Datenschutz, Urheberrecht, Voreingenommenheit und der Schutz vertraulicher Informationen spielen eine wichtige Rolle.
Wie werde ich Journalist/in?
Nun aber zur wichtigsten Frage überhaupt: Wie kann ich Journalistin oder Journalist werden? Wie bereits erwähnt, ist die Berufsbezeichnung Journalist/in nicht geschützt. Rechtlich ist daher weder ein bestimmtes Studium noch eine festgelegte Ausbildung vorgeschrieben. In der Praxis erwarten Redaktionen jedoch meistens eine fundierte Ausbildung, aussagekräftige Arbeitsproben und praktische Erfahrung.
Mögliche Wege sind:
- ein Journalismus-Studium,
- ein Studium der Publizistik, Kommunikationswissenschaften oder Medienwissenschaften,
- ein spezialisiertes Studium, etwa Sport-, Wissenschafts- oder Wirtschaftsjournalismus,
- ein anderes Fachstudium (z.B. BWL, Jura/Recht, Medizin, Sport, Geschichte, Politologie) mit journalistischer Zusatzausbildung,
- ein Volontariat,
- eine Journalistenschule oder
- der Einstieg über Praktika, freie Mitarbeit und eigene journalistische Projekte.
Was jedoch immer wichtig ist: Praxiserfahrung! Beginne möglichst schon während der Schule oder des Studiums damit, journalistisch zu arbeiten: Mögliche erste Erfahrungen bieten Lokalzeitungen, Hochschulmagazine, Praktika in Redaktionen, Newsletter sowie freie Mitarbeit. Ein eigener Blog oder Social-Media-Kanal kann ebenfalls nützlich sein, sofern du dort journalistisch arbeitest. Entscheidend sind nicht möglichst viele Follower, sondern die Qualität deiner Beiträge.
Journalist/in werden: Welche Studiengänge eignen sich?
Journalismus oder Journalistik
Ein Journalismus-Studium bereitet meist praxisnah auf die Arbeit in Redaktionen vor. Typische Inhalte sind Recherche, Interviewführung sowie Audio-, Video- und Onlinejournalismus. Auch Medienrecht und Medienethik, Datenjournalismus, Faktenprüfung, Medienökonomie sowie Social Media und Plattformstrategien sind wichtige Bestandteile. Viele Studiengänge enthalten zudem Praxisprojekte, Praktika oder eigene Redaktionsformate.
Publizistik, Kommunikationswissenschaften oder Medienwissenschaften
Die Studiengänge Publizistik, Kommunikationswissenschaften oder Medienwissenschaften beschäftigen sich meist wissenschaftlicher mit Medien und öffentlicher Kommunikation. Journalistische Themen spielen in diesen Studiengängen selbstredend eine große Rolle, jedoch werden auch verstärkt Inhalte zur Kommunikation, zu Massenmedien und zur Kommunikations- sowie Medienpsychologie gelehrt.
Studierende beschäftigen sich z.B. zusätzlich mit der Medienwirkung und Mediennutzung, dem Medienwandel, Medienmanagement, mit politischer Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Ebenso lernen sie die Strukturen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Mediensystems sowie die unterschiedlichen Textgattungen kennen. Da die Ausbildung oft theoretischer ausgerichtet ist, solltest du parallel journalistische Erfahrungen sammeln.
Spezialsierte Studiengänge wie Mode- oder Sportjournalismus
Studiengänge wie Sportjournalismus, Modejournalismus, Wissenschaftsjournalismus, Technikjournalismus oder Fotojournalismus verbinden journalistische Grundlagen mit einem bestimmten Themen- oder Medienbereich. Eine frühe Spezialisierung kann hilfreich sein. Du solltest dich dadurch aber nicht zu stark festlegen: Medien verändern sich schnell, und vielseitige journalistische Fähigkeiten bleiben wichtig.
Journalistische Grundlagen und Inhalte wie Medienrecht, Medienökonomie, Recherche- und Interviewtechniken kommen auch in einem solch speziellen Studiengang nicht zu kurz, mit von der Partie sind dann aber auch Themen wie z.B. Musikgeschichte, Sprechtraining, Live-Entertainment, Grundlagen der Sportwissenschaften, Blogging, Modetheorie und Trendgestaltung, Datenjournalismus, Mathematik und Technische Chemie oder BWL.
Fachstudium mit journalistischer Zusatzqualifikation
Du kannst auch zunächst ein anderes Fach studieren, beispielsweise Politikwissenschaft, Geschichte, Germanistik, Sportwissenschaft, Recht oder Medizin. Auch Studienrichtungen in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft kommen infrage. Kannst du einen Abschluss in einem solchen Fachbereich vorweisen, hast du umso bessere Karten, wenn du in einem Nischenbereich arbeiten willst, denn hier besitzt du bereits Expertenwissen.
Journalistische Kompetenzen erwirbst du anschließend beispielsweise durch Praktika, freie Mitarbeit, ein Volontariat, einen Lehrgang oder eine Journalistenschule. Zwei vollständige Studiengänge parallel zu absolvieren ist dafür normalerweise nicht notwendig. Ein Fachstudium in Verbindung mit kontinuierlicher journalistischer Praxis ist häufig der realistischere Weg.
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Journalist/in werden ohne Studium?
Ein Studium ist keine zwingende Voraussetzung. Der Einstieg ohne Hochschulabschluss ist allerdings anspruchsvoll, weil viele Bewerber/-innen bereits ein Studium und praktische Erfahrungen mitbringen.
Volontariat
Ein Volontariat ist eine betriebliche journalistische Ausbildung. Du arbeitest in einer Redaktion, lernst verschiedene Ressorts und Formate kennen und besuchst häufig begleitende Seminare. Die Ausbildung dauert je nach Medium und Anbieter meist mehrere Monate bis etwa zwei Jahre.
Vor allem in Deutschland ist das Volontariat ein verbreiteter Berufseinstieg. In Österreich und der Schweiz gibt es teilweise andere Ausbildungsmodelle und Bezeichnungen. Voraussetzungen, Ablauf und Bezahlung unterscheiden sich je nach Unternehmen. Ein Hochschulabschluss oder ein allgemeines Mindestalter von 18 Jahren ist nicht bei jedem Angebot zwingend vorgeschrieben.
Journalistenschule
Journalistenschulen vermitteln unter anderem Recherche, Schreiben, Interviewführung, Medienrecht sowie Audio-, Video- und Onlinejournalismus. Viele Schulen legen großen Wert auf praktische Projekte und die Zusammenarbeit mit Redaktionen.
Die Aufnahmeverfahren können anspruchsvoll sein. Häufig werden Arbeitsproben, ein Wissenstest, Rechercheaufgaben oder persönliche Gespräche verlangt. Ein abgeschlossenes Studium ist nicht überall Voraussetzung. Daneben gibt es berufsbegleitende Lehrgänge, Akademien, Fellowships und redaktionseigene Ausbildungsprogramme.
Wie viel verdienen Journalist/-innen?
Eine allgemeingültige Gehaltsangabe für Journalist/-innen ist kaum möglich. Das Einkommen hängt unter anderem ab von Land und Region, Medium und Medienunternehmen, Tarifbindung, Berufserfahrung, Funktion und Verantwortungsbereich oder Umfang und Art der Aufträge. Auch zwischen Tageszeitungen, Zeitschriften, Rundfunk, Nachrichtenagenturen und Onlineportalen bestehen große Unterschiede.
Freie Journalist/-innen erhalten kein festes Monatsgehalt. Ihre Einnahmen hängen von Honoraren, Auftragslage, Rechercheaufwand und vereinbarten Nutzungsrechten ab. Ein scheinbar gutes Texthonorar kann niedrig ausfallen, wenn dafür mehrere Tage recherchiert werden müssen. Konkrete Zahlen sollten daher immer mit Land, Medienbereich, Beschäftigungsform und aktuellem Bezugsjahr verglichen werden.


