Plagiatsprüfung

Plagiatsprüfung

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Sei kein Dieb! 

Es passiert schneller, als man denkt. Und doch ist es ein fataler Fehltritt, der häufig folgenschwere Konsequenzen nach sich zieht. Die Rede ist vom Plagiieren. Wer in seiner Hausarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit, Dissertation oder in einer anderen Studienarbeit plagiiert, der macht sich einer Straftat schuldig, denn das unautorisierte Nutzen von geistigem Eigentum wird als Betrug und Verletzung des Urheberrechts geahndet. Häufig geschieht es ohne böse Absicht, manchmal steckt der Wunsch, sich durch das Abschreiben eine bessere Note zu erschleichen hinter dem Plagiieren. Ein Delikt begeht man in jedem Fall.

Damit du nicht in die Täterfalle tappst, erklären wir dir in diesem Artikel, was Plagiate genau sind und wie du sie vermeiden kannst. Darüber hinaus machen wir dich auf die Vorteile einer Plagiatsprüfung aufmerksam und listen dir die wichtigsten Anbieter von Plagiatssoftware auf.

Bild: Gordenkoff | Fotolia.com

Was ist ein Plagiat?

Unter einem Plagiat, lat. Plagiarius, wurden früher Menschen verstanden, die Kinder oder Sklaven, welche nicht dem eigenen „Besitz“ angehörten, verbotenerweise verkauften. Das Wort Plagiarius bezeichnet somit einen Menschendieb oder Seelenverkäufer. Davon abgeleitet wurde das Wort Plagium, was im Deutschen Menschendiebstahl bedeutet. Ein Plagiator bzw. eine Plagiatorin ist hingegen eine Person, die statt Menschen geistiges Eigentum raubt, also ein Plagiat begeht. Genauer gesagt bezeichnen Plagiate also den Diebstahl des geistigen Eigentums einer anderen Person. Laut Duden sind Plagiate die „unrechtmäßige Aneignung von Gedanken, Ideen o.Ä. eines anderen auf künstlerischem oder wissenschaftlichem Gebiet und ihre Veröffentlichung“[1]. Auch Fälschungen und Kopien, z.B. Designer-Fakes oder Kunstfälschungen, fallen demnach in die Kategorie des Plagiats.

Es gibt sogar einen Award – den sogenannten „Plagiarius“der besonders dreiste Produktfälschungen kürt. Seit 1977 wird der Negativpreis, ein schwarz gefärbter Gartenzwerg mit goldener Nase, jährlich von der Aktion Plagiarius[2] auf der Konsumgütermesse „Ambiente“ in Frankfurt vergeben. Die goldene Nase steht in diesem Kontext für die gewaltigen Gewinne, welche Produktfälscher durch den Ideenklau erwirtschaften können. Im Zuge der Preisverleihung findet ebenso eine Zurschaustellung der Originalprodukte und ihrer Fälschungen statt. Der Plagiarius macht somit deutlich, wie omnipräsent Produkt- und Markenpiraterie ist und prangert diesen Missstand humorvoll und doch sehr nachdrücklich an.

In der Resolution des Deutschen Hochschulverbandes (vom 17. Juli 2002) ist beispielsweise zu lesen, dass akademische Studien- und Abschlussarbeiten dem Anspruch guter wissenschaftlicher Praxis genügen müssen.

Von einem Plagiat ist die Rede, wenn in einer schriftlichen Arbeit „Texte Dritter ganz oder teilweise, wörtlich oder nahezu wörtlich übernommen und als eigene wissenschaftliche Leistung ausgegeben werden.“[3]

Jenes Verhalten werde als Form geistigen Diebstahls sowie als Verletzung des Urheberrechts gesehen. Die Goethe Universität Frankfurt konkretisiert das Plagiat als wissenschaftliches Fehlverhalten auf ihrer Website wie folgt: „Das geistige Eigentum kann ganze Texte, Textteile, Formulierungen, Ideen, Argumente, Abbildungen, Tabellen oder Daten umfassen und muss als geistiges Eigentum der/des Urheber*in gekennzeichnet sein. Sofern eingereichte Arbeiten die Kennzeichnung vorsätzlich unterlassen, provozieren sie einen Irrtum bei denjenigen, welche die Arbeit bewerten und erfüllen somit den Tatbestand der Täuschung.“[4]

Beziehst du in einer Studienarbeit Informationen aus anderen Werken und Veröffentlichungen, verweist aber nicht oder nicht korrekt auf deren Quelle bzw. Urheber/in, gibst du diese quasi als eigene Denkleistung aus und begehst ein Plagiat.

Dabei ist es völlig unbedeutend, ob dies aus böser Absicht geschehen ist oder bloß das Resultat deiner Unwissenheit war.

So werden Plagiate aufgedeckt

Hochschulen haben bereits ihre ganz eigenen Mittel und Strategien entwickelt, um Plagiate in Bachelorarbeiten, Hausarbeiten, Doktorarbeiten und anderen Studienarbeiten ausfindig zu machen. Die meisten Hochschulen greifen hierbei auf Plagiatssoftware zurück, welche die eingereichte Abschlussarbeit scannt, mit Datenbanken im Internet abgleicht und Plagiate aufdeckt. Aus diesem Grund müssen Studienarbeiten meist in elektronischer Form eingereicht werden. Abgesehen davon gibt es einige Merkmale, die auf Plagiarismus schließen lassen. Plagiate heben sich z.B. meist in ihrem Stil vom restlichen Text ab. Des Weiteren passt die Art und Weise der Argumentation eines Plagiats oft nicht zum Argumentationsniveau des/der Studierenden.

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Konsequenzen eines Plagiats

Hast du dich in deiner Abschlussarbeit – ob bewusst oder unabsichtlich – mit fremden Federn geschmückt, musst du mit weitreichenden Konsequenzen rechnen. Einerseits wird deine Leistung negativ bewertet, andererseits können auch der Ausschluss von Lehrveranstaltungen für gewisse Zeit oder die Exmatrikulation vom Studium die Folge sein.

Plagiate verjähren (meist) nicht, es kann also vorkommen, dass dir ein bereits verliehener akademischer Grad wieder aberkannt wird. Hast du dir beispielsweise deinen Bachelorabschluss durch Plagiieren erschlichen und danach ein aufbauendes Masterstudium abgeschlossen, wird dir als Folge auch dein Masterabschluss entzogen.

Deine akademische Laufbahn findet somit ein jähes Ende. Zudem hast du mit Geldbußen und Schadensersatzforderungen des jeweiligen Urhebers zu rechnen.

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Die Plagiatsprüfung

Nachdem du deine Abschlussarbeit in elektronischer Form an deiner Hochschule zur Bewertung eingereicht hast, wird sie auf Herz und Nieren geprüft, v.a. aber wird kontrolliert, ob sie Plagiate enthält. Hierfür wird fast immer auf eine Plagiatsprüfung zurückgegriffen. Du hast nach bestem Wissen und Gewissen zitiert, akribisch alle Quellen kontrolliert und penibel darauf geachtet, Plagiate zu vermeiden? Dennoch bist du paranoid? Verständlich – denn trotz größter Sorgfalt können sich Plagiate einschleichen. Deshalb musst du aber keine negative Bewertung oder Schlimmeres riskieren. Stattdessen kannst du deine Arbeit vor der Abgabe einfach selbst mit Hilfe einer Plagiatsprüfung scannen. Damit bist du auf der sicheren Seite und kannst wieder ruhig schlafen. 

Wie eine Plagiatsprüfung abläuft, welche Vorteile oder auch Nachteile eine Plagiatsprüfung mit sich bringt und wer Plagiatsprüfungen anbietet erfährst du hier.

Die wichtigsten Anbieter von Plagiatssoftware

Bei einer Plagiatsprüfung wird deine Abschlussarbeit gründlich unter die Lupe genommen und jeder Satz auf mögliche Plagiate geprüft. Passagen, die plagiatsverdächtig sind, werden markiert. So kannst du selbst kontrollieren, ob du womöglich plagiiert hast oder nicht. Du willst sofort wissen, wo du deine Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation scannen kannst? Wir wollen nicht lange um den heißen Brei reden: Hier sind die Top-Anbieter für Plagiatsprüfungen!

Scribbr - Eine leicht zu bedienende Plagiatssoftware speziell für Studierende. Das Ergebnis kannst du bereits in zehn Minuten erhalten. Deine Abschlussarbeit wird mit Milliarden Quellen im Internet verglichen. Eine Registrierung ist nicht notwendig. Besonderheit der Plagiatssoftware: Mit dem „Own Sources Checker“ kannst du Selbstplagiate einfach ausschließen. Ganz ohne Kosten ist die Sache jedoch nicht – für eine kleine Arbeit (bis zu 7500 Wörter) zahlst du z.B. €17,95

BachelorPrint - Die Plagiatssoftware BachelorPrint gleicht deine Studienarbeit ohne Registrierung in ca. zehn Minuten mit Milliarden Quellen ab. Dabei wird dein Dokument in keiner Datenbank gespeichert. Für 8000 Wörter zahlst du €16,90. 60.000 Wörter kosten dich €26,90.

PlagScan - Diese Plagiatssoftware bietet nach Registrierung Plagiatsprüfungen u.a. für Einzelnutzer, Schulen und Universitäten an. Der Datenschutz hat dabei oberste Priorität. Ebenfalls wird ein kostenloser Test für 2000 Wörter deiner Arbeit angeboten. Die Preise für die Plagiatsprüfung starten bei €4,99 (5000 Wörter). Für 35.000 Wörter zahlst du €19,99.


PlagAware
- Dieses Tool bietet Plagiatsprüfungen in meist weniger als zehn Minuten an. Bei PlagAware musst du dich vor dem Start der Plagiatsprüfung zunächst registrieren und ein Benutzerkonto anlegen. Abgeglichen wird dein Dokument mit Milliarden von Quellen. Du kannst das Tool kostenlos testen. Für 100 Seiten bezahlst du €12,90.

Preise und Features der Anbieter im direkten Vergleich

Ablauf der Plagiatsprüfung

Bei einer Plagiatsprüfung wird jeder Satz deiner Abschlussarbeit auf mögliche Duplikate geprüft und dazu mit Milliarden Quellen abgeglichen. Hierbei werden Quellen im Internet und Datenbanken, die frei zugänglich sind, wie z.B. E-Books oder Artikel, die in den gängigen Suchmaschinen gefunden werden können, herangezogen. Deine Arbeit wird u.a. auch mit wissenschaftlichen und hochschulinternen Publikationen verglichen. Gedruckte Bücher, Datenbanken oder Quellen, die nicht kostenlos verfügbar sind, werden beim Scanvorgang hingegen ausgeklammert. Wurden Duplikate in deiner Abschlussarbeit entdeckt, werden die plagiatsverdächtigen Passagen in deiner Arbeit markiert und mit dem Link zur entsprechenden Quelle versehen.

Der Ablauf einer Plagiatsprüfung kann sich je nach Plagiatssoftware voneinander unterscheiden. Auf der Website der Anbieter finden sich meist Videos, die dich detailliert in den Ablauf und die Funktionsweise der jeweiligen Plagiatsprüfung einführen. Bei BachelorPrint, Scribbr, PlagScan oder PlagAware gestaltet sich die Plagiatsprüfung folgendermaßen:

Hochladen
Zunächst musst du deinen Text in einem der vorgeschriebenen Dateiformate hochladen. Hierfür gibst du ihn in das dafür vorgesehene Textfeld ein. Im Anschluss zählt die Software die Anzahl der Wörter und weist dir das entsprechende Preispaket zu. Nachdem du dich für eine Bezahlmethode entschieden hast, geht es los. Manchmal musst du dich beim entsprechenden Anbieter zunächst registrieren und ein Benutzerkonto erstellen, bevor du die Plagiatsprüfung starten kannst (z.B. bei PlagScan oder PlagAware). Beim Hochladen hast du meist eine gewisse Dateigröße zu beachten und darfst eine definierte Seitenanzahl nicht überschreiten. Die Plagiatsprüfung ist häufig in vielen verschiedenen Sprachen möglich.

Scannen
Nun teilt die Plagiatssoftware den von dir geschriebenen Text in Abschnitte auf. Daraufhin werden die Abschnitte mittels Algorithmen überprüft und mögliche Ähnlichkeiten zu anderen Quellen eruiert. Kontrolliert wird dabei, ob deine Textinhalte Übereinstimmungen zu Internetquellen oder Datenbanken haben oder mit diesen identisch sind. PlagAware nutzt dabei z.B. den „FullScan-Algorithmus“, welcher jeden einzelnen Satz deiner Abschlussarbeit abgleicht.

Ergebnis
Nach der Plagiatsprüfung erhältst du, meist per E-Mail, einen Report, der dir das Gesamtergebnis des Scans verrät. Diese Auswertung gibt Aufschluss darüber, ob deine Arbeit plagiatsverdächtig ist und welche Stellen Plagiate enthalten könnten. Plagiatsverdächtige Stellen werden bunt markiert und enthalten den Link zur entsprechenden Originalquelle. Auf diese Weise kannst du u.a. überprüfen, ob du falsch zitiert oder den Quellenverweis vergessen hast. Zudem siehst du, wie viele plagiatsverdächtige Wörter in deiner Arbeit enthalten sind und zu welchem Prozentsatz Ähnlichkeiten gefunden werden konnten. Manchmal werden auch Passagen markiert, die du bereits korrekt zitiert hast. Ist das der Fall, so kannst du diese Markierung ignorieren. Ist der Report interaktiv, kannst du Quellen nachträglich ergänzen oder vom Scan ausschließen.

Der Prozentsatz, der sogenannte Ähnlichkeitsprozentsatz, den du im Zuge deiner Auswertung erhältst, klärt dich darüber auf, zu wie viel Prozent dein Text Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen mit anderen Quellen hat. Der Prozentsatz sagt jedoch nichts darüber aus, ob und zu wie viel Prozent du tatsächlich plagiiert hast. Je höher der Prozentsatz ist, desto mehr Ähnlichkeiten zu anderen Quellen wurden in deinem Text gefunden.

Wichtig ist daher, nachzuprüfen, ob dieser Prozentsatz Sinn macht und ob es sich bei jeder gefundenen Ähnlichkeit tatsächlich um ein Plagiat handelt. Hast du das Gefühl, dass es sich bei der angezeigten Ähnlichkeit um ein Plagiat handeln könnte, kannst du jene Stellen mit dem angezeigten Quellenverweis abgleichen und gegebenenfalls korrigieren. Wenn du beispielsweise nicht richtig paraphrasiert und eine Fremdquelle zu wörtlich zitiert hast, obwohl es sich um ein indirektes Zitat handelt, kannst du diese Stelle entweder umformulieren oder als direktes Zitat markieren.
 
Da die Plagiatsprüfung nur den Fließtext zu Rate zieht, ist es empfehlenswert, sämtliche Bilder oder Grafiken zu entfernen und nur den Text hochzuladen. Dies verkleinert die Dateigröße der Arbeit und verringert unter Umständen ebenfalls deine Kosten. Auch dein Inhalts- oder Quellenverzeichnis wird im Rahmen der Plagiatsprüfung gescannt. Verzeichnisse weisen häufig Übereinstimmungen mit Internetquellen auf, welche aber nicht stark ins Gewicht fallen. Duplikate werden oft auch in der Eidesstaatlichen Erklärung oder im Titelblatt gefunden. Bei einigen Programmen (z.B. Scribbr) kannst du Ähnlichkeiten auch ausschließen. Um Selbstplagiate zu vermeiden, kannst du z.B. den „Own Sources Checker“ von Scribbr nutzen.

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Dauer und Kosten einer Plagiatsprüfung

Meist kann eine Plagiatsprüfung bereits in zehn Minuten oder weniger erfolgen. Die Dauer der Prüfung ist von der Seiten- bzw. Wortanzahl deiner Arbeit abhängig. Hast du 60 bis 80 Seiten geschrieben, kann der Scan bis zu 20 Minuten dauern. Bei Dissertationen mit 200 bis 300 Seiten musst du für den Abgleich mit ungefähr einer Stunde rechnen. Wie lange der Scan in Anspruch nehmen wird, siehst du meist in der Bestellübersicht.
 
Die Preisspanne für eine Plagiatsprüfung richtet sich ebenfalls nach der Länge deiner Arbeit. Einige Plagiatsprüfungen sind teilweise kostenlos und ermöglichen bei Registrierung einmalig das kostenlose Scannen einer gewissen Seitenanzahl. BachelorPrint, Scribbr, PlagScan oder PlagAware bieten verschiedene Preispakete an, die sich an der Wortanzahl deiner Abschlussarbeit orientieren. Die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern sind dabei marginal:

Kosten bei BachelorPrint

Für eine Arbeit, die bis zu 8000 Wörter lang ist (Plagiatspaket S), zahlst du beim Anbieter BachelorPrint € 16,90. Das Plagiatspaket M umfasst die Plagiatsprüfung für eine Arbeit mit bis zu 60.000 Wörtern und kostet € 26,90. Hat deine Arbeit mehr als 60.000 Wörter, so fällst du in die Kategorie Plagiatspaket L und bezahlst für die Plagiatsprüfung € 36,90.

Kosten bei Scribbr

Scribbr bietet Plagiatsprüfungen für kleine Arbeiten mit bis zu 7500 Wörtern für € 17,95 an. Für eine normale Arbeit mit bis zu 50.000 Wörtern bezahlst du € 28,95. Für eine große Arbeit, die über 50.000 Wörter lang ist, werden € 39,95 fällig. Den Own Sources Checker kannst du beim Kauf der Plagiatsprüfung kostenlos nutzen.

Kosten bei PlagAware

Der Anbieter PlagAware unterscheidet in die Kategorien S, M, L und XL. Für eine kleine Arbeit (100 Seiten) bezahlst du hier € 12,90 hast du 250 Seiten geschrieben (Paket M) kostet dich das € 24,90. Die Preise für eine Arbeit mit 500 Seiten (Paket L) betragen € 39,90 für 1500 Seiten (Paket XL) € 89,90. Außerdem kannst du einen kostenlosen Test für zehn Seiten deiner Abschlussarbeit durchführen.

Kosten bei PlagScan

Das Tool PlagScan verrechnet Einzelnutzern für eine Arbeit im Ausmaß von 5000 Wörtern (20 Seiten) €4,99. Für 60 Seiten bzw. 15.000 Wörter bezahlst du €9,99. Hast du 35.000 Wörter (140 Seiten) geschrieben, werden dir €19,99 in Rechnung gestellt. 320 Seiten mit 80.000 Wörtern kosten dich bei PlagScan €39.99. Um dich vom Angebot zu überzeugen, kannst du einen kostenlosen Test in Anspruch nehmen und 2000 Wörter gratis scannen lassen.

Kostenlose Plagiatsprüfungen

Neben kostenpflichtigen Tools gibt es auch Plagiatsprüfungen, die ihre Dienste gratis zur Verfügung stellen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn kostenlose Plagiatsprüfungen unterscheiden sich von kostenpflichtigen Tools in vielen Aspekten. Worin die Unterschiede liegen, erfährst du hier:

Wie finde ich eine seriöse Plagiatssoftware?

Um den eben genannten Gefahren bei der Nutzung einer kostenlosen Plagiatssoftware aus dem Weg zu gehen, solltest du dich im Vorhinein darüber informieren, wie seriös der Anbieter der Plagiatsprüfung ist. Folgende Kriterien geben Aufschluss über die Vertrauenswürdigkeit einer Plagiatssoftware:

Bild: .shock | Fotolia.com

Vorteile einer Plagiatsprüfung

Plagiatsprüfungen können ein tolles Hilfsmittel sein und dir den Stress vor der Abgabe deiner Abschlussarbeit nehmen. Vorteile von Plagiatsprüfungen sind u.a. folgende:

Nachteile einer Plagiatsprüfung

Welche Plagiate gibt es?

Natürlich ist es nicht möglich, sich alle Inhalte für eine Studienarbeit selbst aus dem Ärmel zu ziehen. Es ist wissenschaftlich gesehen völlig legitim und notwendig, auf bereits erwiesene Sachverhalte und bestehende Erkenntnisse hinzuweisen, diese in den Text einfließen zu lassen und mit persönlichen Gedanken zu verknüpfen. Immerhin steigert das die Aussagekraft der Arbeit und untermauert eigene Argumente. Jedoch muss jegliche Quelle, sofern es sich nicht um Allgemeinwissen handelt (wie z.B. „Das Jahr hat 365 Tage.“), korrekt angegeben und zitiert werden. Es gibt verschiedene Formen von Plagiaten. Unterschieden werden u.a. folgende Arten:

Vollplagiat bzw. Komplettplagiat (auch: wörtliches Plagiat oder Textplagiat)
Ein Vollplagiat/Komplettplagiat liegt vor, wenn die Arbeit einer anderen Person (oder Teile davon) ohne deren Einverständnis und ohne entsprechenden Quellenverweis wörtlich übernommen und unter eigenem Namen als selbsterbrachte Leistung ausgegeben wird.

Copy & Paste Plagiat
Beim Copy & Paste Plagiat werden fremde Texte oder Textteile in den eigenen Text kopiert, wobei die Quellenangabe und Kennzeichnung als direktes Zitat unterlassen werden.

Mosaikplagiat
Unter einem Mosaikplagiat (eng verwandt mit dem Copy & Paste Plagiat) versteht man das Kopieren fremder Texte oder Textteile ohne Quellenverweis. Die kopierten Passagen werden im eigenen Text anders als im originalen Text angeordnet und mosaikartig verstreut.

Selbstplagiat bzw. Eigenplagiat
Von einem Selbstplagiat/Eigenplagiat ist die Rede, wenn eine bereits eigenständig verfasste Arbeit in mehreren Lehrveranstaltungen an der Universität abgegeben wird. Des Weiteren liegt ein Selbstplagiat vor, wenn Teile der eigenen, bereits veröffentlichten Arbeit, in einer anderen Studienarbeit ohne Quellenangabe verwendet werden. In unterschiedlichen Lehrveranstaltungen müssen jeweils neue Leistungen erbracht werden -  das Zurückgreifen auf ein bereits veröffentlichtes Werk ist nicht zulässig. Möchtest du auf Teile einer bereits von dir verfassten Arbeit hinweisen, musst du dich selbst zitieren!

Übersetzungsplagiat
Eines Übersetzungsplagiats machst du dich schuldig, wenn du ein Werk oder Teile eines Werks in Fremdsprache lediglich übersetzt und hierbei keine Quellenangaben machst. Das kann den Eindruck erwecken, als wäre der übersetze Text deine eigene Leistung. Da das aber nicht der Fall ist, gilt dies als Plagiat.

Ideenplagiat
Ein Ideenplagiat bezeichnet die Übernahme von fremden Beobachtungen bzw. Ideen ohne Angabe der Quelle.

Strukturplagiat
Strukturplagiate sind der Fall, wenn die Textstruktur einer anderen Arbeit ebenfalls in der Eigenen angewandt und z.B. die Gliederung und der Aufbau übernommen werden.

Paraphrasieren, Verschleierung (auch: inhaltliches Plagiat)
Selbst, wenn du geringfügige Änderungen an einem fremden Text ausführst (z.B. manche Worte änderst, Sachverhalte in eigenen Worten sinngemäß widergibst, Passagen paraphrasierst oder den Stil an deine eigene Arbeit anpasst), die urtümliche Quelle also verschleierst und nicht nennst, begehst du ein Plagiat.

Ghostwriting

(Gute) Note gegen Bezahlung – klingt zu gut um wahr zu sein, oder? Beim Ghostwriting ist genau das der Fall: Hier wird jemand dafür bezahlt, einen Text für eine andere Person zu verfassen. Der/Die Auftraggeber/in kann diesen Text im Anschluss unter eigenem Namen verwenden. Ghostwriting ist in vielen Bereichen allgegenwärtig und kann auf eine lange Historie zurückblicken. Bereits namhafte Redner und Politiker der Antike ließen ihre Reden von anderen Personen abfassen. Heutzutage ist das nicht anders. Viele Biografien, Homepagetexte oder Werbeslogans stammen oft ebenso von Ghostwritern. Aber ist das eigentlich legal?

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Wird Ghostwriting professionell betrieben, ist daran nichts weiter auszusetzen. Im Prinzip handelt es sich beim Ghostwriting um eine Dienstleistung. Der Ghostwriter (= Urheber/in des Textes) überträgt dem/der Auftraggeber/in gegen Bezahlung die Nutzungsrechte an dem angeforderten Werk, verschweigt seine eigentliche Urheberschaft und verzichtet auf urheberrechtliche Ansprüche. Das Urheberpersönlichkeitsrecht verbleibt jedoch beim eigentlichen Urheber – dem Ghostwriter. Diesem Vorgang liegt ein Werkvertrag bzw. eine Ghostwriter-Vereinbarung zugrunde. Hier ist u.a. geregelt, dass der Ghostwriter in der Öffentlichkeit nicht als Autor/in auftritt und wie ein Geist im Verborgenen bleibt. Der/Die Auftraggeber/in darf sich aber sehr wohl als Autor/in ausgeben und den Text in seinem/ihrem Namen nutzen. In einem Prozess, der am OLG Frankfurt (01.09.2009)[5] geführt wurde, war die Legalität der Ghostwriting-Vereinbarung Thema. Behandelt wurden u.a. die Übereinkünfte, welche zwischen Ghostwriter und Auftraggeber/in getroffen werden. Laut OLG Frankfurt sei eine derartige Vereinbarung nicht notwendigerweise gesetzeswidrig, der jeweilige Umstand ist entscheidend. Ghostwriting ist also nichts anderes als legale Auftragsarbeit, die von Personen aus verschiedenen Gründen in Anspruch genommen werden kann. Es gibt mittlerweile viele Agenturen, die Ghostwriting für die unterschiedlichsten Zwecke in zahlreichen Sprachen anbieten.

Akademisches Ghostwriting?
Ein absolutes No-Go!

Das Ghostwriting ist in Werbung, Politik und Co. zwar allgegenwärtig, im Hochschulbereich jedoch stark umstritten und immer wieder Streitthema gerichtlicher Verhandlungen. Akademische Ghostwriter schreiben Bachelorarbeiten, Masterarbeiten oder andere Studienarbeiten und helfen Studierenden somit dabei, einen akademischen Grad zu erreichen. Aus diesem Grund ist das akademische Ghostwriting ein Thema, das für Aufruhr sorgt. Dieses Verhalten ist ethisch bedenklich - du möchtest andere schließlich bewusst täuschen und glauben machen, dies wäre deine eigene Leistung. Doch ethischer Fehltritt hin oder her: Ist es legal, die Dienste einer Ghostwriting-Agentur für akademische Zwecke in Anspruch zu nehmen? Oder ist Ghostwriting eine Form des Plagiierens?
 
Darüber, ob Ghostwriting zum Plagiieren zählt, streiten sich die Geister. An manchen Hochschulen ist Ghostwriting dezidiert als Plagiat aufgeführt, so z.B. an der Universität Wien oder Universität Zürich. Andere Universitäten (z.B. die Goethe Universität Frankfurt am Main) werten Ghostwriting als wissenschaftliches Fehlverhalten. Die Arbeit eines Ghostwriters ist jedoch nicht zwangsläufig als Plagiat zu verstehen. Dies wäre nur der Fall, wenn der Ghostwriter beim Verfassen des Werks selbst plagiiert, also bestehende Texte übernimmt und verwendete Quellen nicht kennzeichnet. Außerdem tritt der Ghostwriter seine Nutzungsrechte am Werk freiwillig an den/die Auftraggeber/in ab, stimmt also der Verwendung des Textes ohne namentliche Nennung zu.
 
Unbedenklich ist Ghostwriting im akademischen Kontext aber dennoch nicht. Die sogenannte Eidesstaatliche Erklärung, welche vor der Abgabe einer wissenschaftlichen Studienarbeit unterschrieben werden muss, spielt dabei eine große Rolle. In dieser versicherst du an Eides statt, die Arbeit selbstständig und ohne unerlaubte Hilfsmittel bzw. ohne fremde Hilfe verfasst zu haben. Beim Ghostwriting ist insbesondere der Selbständigkeitsnachweis nicht gegeben. Zusätzlich liegt hier die Fälschung einer Prüfungsleistung vor. Rechtliche Grundlage hierfür ist z.B. §156 Falsche Versicherung an Eides Statt. Dieses Gesetz im Strafgesetzbuch hält folgendes fest: „Wer vor einer zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständigen Behörde eine solche Versicherung falsch abgibt oder unter Berufung auf eine solche Versicherung falsch aussagt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“[6] Erlaubt ist es daher lediglich, die vom Ghostwriter verfasste Arbeit als Vorlage bzw. Inspiration für die Eigene zu verwenden und diese nicht 1:1 abzugeben. Genau das teilen Ghostwriting-Agenturen den Studierenden auch mit, wenn diese die Abfassung einer Studienarbeit in Auftrag geben. Doch natürlich ist das nicht die Intention der meisten.
 
Während du für diesen Betrug u.a. mit einer Exmatrikulation zu rechnen hast, wird es für den Ghostwriter erst dann brenzlig, wenn er nachweislich darüber informiert war, dass sein Werk unverändert abgegeben werden soll. Sofern du die Arbeit des Ghostwriters nicht ausschließlich als Mustervorlage verwenden möchtest, ist tunlichst davon abzuraten, einen akademischen Ghostwriter zu Rate zu ziehen. Außerdem kannst du nicht beurteilen, wie erfahren der Ghostwriter ist oder ob er tatsächlich gute Arbeit leistet und z.B. auf die Vermeidung von Plagiaten achtet. Wenn du Hilfe bei der Erstellung deiner Bachelorarbeit, Masterarbeit, etc. brauchst, ist es besser, anderweitig auf akademische Hilfestellungen zurückzugreifen und beispielsweise Angebote deiner Universität in Anspruch zu nehmen. Du kannst auch an einem Coaching teilnehmen oder Schwachstellen mit Hilfe eines Lektorats aufdecken.

Ursachen von Plagiaten

Über die verschiedenen Formen von Plagiaten bzw. wissenschaftlichen Fehlverhaltens weißt du nun genauestens Bescheid. Welche Ursachen liegen Plagiaten aber zugrunde? Der wohl offensichtlichste Grund für die Entstehung eines Plagiats ist natürlich die Nichtnennung der verwendeten Quelle bzw. die falsche Kennzeichnung von fremden Erkenntnissen. Dies kann vorsätzlich passieren oder unabsichtlich geschehen. Die häufigsten Übeltäter sind u.a.:

Falsches Zitieren: Der Urquell alles Bösen

Trotz der im Studium angebotenen Lehrveranstaltungen, die eine Einführung in das wissenschaftliche Schreiben bieten, herrscht oft Unklarheit darüber, wie und was genau zitiert werden muss. Generell kann gesagt werden, dass jegliches Gedankengut, welches nicht von dir stammt und in deiner Arbeit erwähnt werden soll, zitiert werden muss. Sämtliche Erkenntnisse anderer Personen müssen nachvollziehbar in deine Arbeit integriert und kenntlich gemacht werden. Ausnahme hierbei bildet das so genannte „Handbuchwissen“. Hierunter wird Grundlagenwissen verstanden, von dem angenommen werden kann, dass jede/r im Fach darüber verfügt. Auch Allgemeinwissen, wie z.B. „Das Jahr hat 365 Tage“, muss nicht zitiert werden.
 
Häufig werden Fehler beim Quellenverweis direkter (wörtlicher) und indirekter Zitate gemacht. In der Quellenangabe von direkten und indirekten Zitaten gibt es wesentliche Unterschiede, die unbedingt beachtet werden müssen! Direkte Zitate werden beispielsweise mit Anführungszeichen versehen und dürfen im Wortlaut nicht verändert werden. Indirekte Zitate geben den Inhalt eines Zitats paraphrasierend und sinngemäß wieder und werden im Quellennachweis meist mit ‚vgl.’ (vergleiche) eingeleitet. Auch eigene Gedanken und Ausführungen zum Thema müssen ganz klar von fremdem Gedankengut abgegrenzt werden.
 
Es gibt unterschiedliche Voraussetzungen, die beim Zitieren in jedem Fall erfüllt werden müssen. Auf der Website der Universität Wien[7] finden sich folgende zwei Voraussetzungen, die von elementarer Bedeutung sind:

Wörtlich oder sinngemäß übernommene Passagen aus dem Fremdtext müssen an der verwendeten Stelle als Zitat kenntlich gemacht werden. Das bedeutet, dass du Zitate entweder im Text (Harvard-Methode) oder in einer Fußnote (deutsche Zitierweise) kennzeichnen und diese auch im Quellenverzeichnis angeben musst. Verweist du auf die Quelle eines Zitats erst an einer anderen Stelle, kann der Quellennachweis mit dem Zitat nicht mehr in Zusammenhang gebracht werden.

Korrektes Zitieren bedarf einer vollständigen Quellenangabe. Sinn eines Quellenverweises ist es, die zitierte Stelle einfach wiederzufinden. Zu diesem Zweck musst du in der Quellenangabe den Titel und Autor/in des Werks angeben. Des Weiteren erfordert eine Quellenangabe meist weitere Angaben, z.B. den Erscheinungsort und das Erscheinungsjahr sowie den Verlag des Werks. Unterschiedlich kann sich die Quellenangabe außerdem bei Sammelbänden, Magazinen und Zeitschriften oder Internetquellen gestalten. Mach dich also unbedingt mit den verschiedenen Zitierregeln vertraut!

Zitierregeln können sich an Hochschulen bzw. in verschiedenen Ländern geringfügig voneinander unterscheiden. Informiere dich hier v.a. über die Website deiner Hochschule und frag beim jeweiligen Lehrpersonal nach, auf welche Art und Weise zitiert werden soll, um unnötige Komplikationen zu vermeiden. Viele Hochschulen haben auch Grundregeln für gute wissenschaftliche Praxis in einem Dokument zusammengefasst, welche dir als Orientierung beim Schreiben deiner Abschlussarbeit dienen können.

Tipps zur Vermeidung von Plagiaten

TIPPAngst vor Plagiaten? Du bist bereits in die Täterfalle getappt und hast plagiiert? Oder leidest du nahezu an Paranoia, was das Plagiieren betrifft und möchtest alles daran setzen, Plagiate in jedem Fall zu vermeiden? Nachfolgend geben wir dir neun Tipps, mit denen du garantiert auf der sicheren Seite bist!

1. Nimm dir ausreichend Zeit
Gut Ding braucht Weile! Damit deine Arbeit ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt, v.a. aber keine Plagiate enthält, musst du genügend Zeit für ihre Bearbeitung einplanen. Beginne früh genug mit der Recherche und organisiere die Quellen, welche du verwenden möchtest, sodass du auf die Quelle erst gar nicht vergessen kannst. Hierfür kannst du auch ein Literaturverwaltungsprogramm verwenden. Nimm dir auch vor der Abgabe ausreichend Zeit, um die Arbeit nochmals zu kontrollieren und zu prüfen, ob du die nötigen Quellenverweise an richtiger Stelle gemacht hast und diese auch im Literaturverzeichnis zu finden sind.

2. Arbeite übersichtlich
Notiere dir alle Quellen, welche du verwendet hast, im Fließtext hinter dem Zitat (entweder direkt im Text oder in einer Fußnote). Gib die Quelle ebenso im Literaturverzeichnis an und achte darauf, dieses von Beginn an übersichtlich zu gestalten, sodass du den Überblick behältst.

3. Rufe dir die Zitierregeln ins Gedächtnis
Lies dir, bevor du mit dem Schreiben beginnst, die geltenden Zitierregeln genau durch! Bist du dir an einer Stelle unsicher, zögere nicht, deine/n Tutor/in oder Professor/in zu kontaktieren und noch einmal nachzufragen.

4. Informiere dich über die verschiedenen Plagiatsformen
Hole zu Beginn deiner Arbeit Informationen darüber ein, was als Plagiat aufgefasst wird. Plagiate sind schließlich nicht nur die wörtliche Übernahme textlicher Bestandteile ohne Angabe der Quelle. Einige Plagiatsformen haben wir zu Beginn des Artikels für dich zusammengefasst.

5. Nutze Sekundärzitate nur im Notfall
Wenn in einem Text eine Quelle zitiert wird, welche du ebenfalls verwenden möchtest und du aus diesem Text (der Sekundärquelle) anstatt der Originalquelle zitierst, bedienst du dich eines Sekundärzitates. Das Problem hierbei ist, dass du nicht wissen kannst, ob die Sekundärquelle die Originalquelle richtig verstanden und zitiert hat oder ob sie diese eventuell im falschen Kontext verwendet. Zitierst du aus der Sekundärquelle, musst du der hier verwendeten Argumentation quasi blind vertrauen. Manchmal kann auf die Originalquelle nicht mehr oder nur sehr schwer zugegriffen werden - in solchen Fällen sind Sekundärzitate meist in Ordnung. Ansonsten verwende, wenn möglich, immer den Originaltext. Beachte, dass Sekundärzitate nicht an jeder Hochschule zulässig sind. Außerdem gelten hierbei wiederum andere Zitierregeln. Zitierst du aus der Sekundärquelle, vermerkst dies aber nicht korrekt, ist das ein Fall von Plagiarismus und wird in diesem Fall Blindzitat genannt.

6. Ist das wirklich Allgemeinwissen?
Wie bereits erwähnt, muss allgemein bekanntes Wissen nicht zitiert werden. Doch was zählt zu Allgemeinwissen und was nicht? Wenn du dir nicht sicher bist, mach’ einen Quellenverweis – so bist du auf der sicheren Seite!

7. Gib verwendete Passagen nicht im Wortlaut wieder
Versuche stattdessen, die gewünschten Informationen in eigenen Worten auszudrücken und zu paraphrasieren. Im Anschluss musst du natürlich die Quelle angeben. So rennst du erstens nicht Gefahr, eines Plagiats bezichtigt zu werden, zweitens erhält deine Arbeit auf diese Weise einen persönlichen Touch und wirkt authentischer.

8. Trenne Zitate von deiner eigenen Meinung
Ganz wichtig: Eigene Argumentationen, Meinungen, etc., die von dir selbst stammen und keiner fremden Quelle entnommen sind, müssen klar von der Zitation fremden Gedankenguts getrennt werden.

9. Verwende eine Plagiatssoftware
An den meisten Hochschulen wird im Zuge einer Plagiatsprüfung kontrolliert, ob das abgegebene Werk plagiatsverdächtig ist. Warum solltest du das nicht auch tun?

Sind Plagiate ethisch fragwürdig?

Stell dir vor, du feilst monatelang an einem Werk und bringst neue, wissenschaftliche Erkenntnisse zutage. All dein Herzblut, Schweiß und Tränen fließen in dieses Schriftstück. Endlich bist du fertig und reichst die Arbeit ein. Deine Leistung bringt dir große Anerkennung in deinem Tätigkeitsgebiet. Was du jedoch nicht weißt, ist, dass sich bereits jemand hinter deinem Rücken an deinem Werk bedient hat und Passagen 1:1 in seinem eigenen Text verwendet. Deine gedanklichen Ergüsse verbreitet er nun unter seinem Namen und erwähnt dich nicht im Entferntesten. Ohne zusätzlichen Aufwand profitiert diese Person nun von deinen hart erarbeiteten Lorbeeren. Eine Frechheit, oder?
 
Plagiarismus ist in der Wissenschaft leider weit verbreitet, aber nicht minder verpönt. Sich anderer Erkenntnisse zu bedienen, diese unter eigenem Namen zu verwenden und somit als selbsterbrachte Leistung auszugeben, zeugt von geringer Moral und stellt einen starken Verstoß gegen den wissenschaftlichen Ethos dar. Ganze Doktorgrade konnten durch das Plagiieren bereits erschlichen werden, viele wurden als Konsequenz wieder aberkannt – dies war beispielsweise bei den deutschen Politikerinnen Annette Schavan und Silvana Koch-Mehrin sowie beim heutigen Unternehmensberater Karl-Theodor zu Guttenberg der Fall. Häufig steckt kein böser Gedanke dahinter, Plagiate entstehen durch Unachtsamkeit oftmals unbemerkt. Auch die Unkenntnis über gängige Zitierregeln begünstigt Plagiate. Manche Personen jedoch handeln bewusst und wollen durch eine kleine „Schummelei“ eine bessere Note erhalten, im Irrglauben, damit nicht aufzufliegen. Dabei ist Plagiarismus nicht nur harmloses Schummeln, sondern wird als Täuschung und Irreführung, u.a. auch als Betrug aufgefasst. Personen, die plagiieren, verstoßen gegen die Grundprinzipien guter wissenschaftlicher Praxis und machen sich fremdes Gedankengut zu Eigen. Damit verletzen sie auch das Urheberrecht.

Exkurs Urheberrecht

Das geistige Eigentum ist das Ergebnis kreativer Schaffenskraft. Im Gegensatz zu materiellen Gegenständen ist das geistige Eigentum jedoch nicht unmittelbar greifbar. Dennoch gibt es, wie für Häuser und Autos, auch für immaterielle Schöpfungen rechtlich verbindliche Regelungen, die vor unrechtmäßiger Verwendung und vor Diebstahl schützen sollen.

Das Urheberrecht wurde speziell zum Schutz des geistigen Eigentums geschaffen. Es spricht dem/der Schöpfer/in eines Werkes gewisse Rechte zu, die nur für diese/n gültig sind und erst 70 Jahre nach dessen/deren Tod erlöschen.

Das Urheberrechtsgesetz Deutschland hält z.B. in §11 fest, dass das Urheberrecht den/die Urheber/in in seinen/ihren geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes schützt. Außerdem dient das Gesetz der Sicherung einer adäquaten Vergütung für die Nutzung des betreffenden Werkes.[8] Laut §1 des Urheberrechtsgesetzes Österreich gelte der Schutz u.a. für „eigentümliche geistige Schöpfungen auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste und der Filmkunst.“[9] Des Weiteren ist der urheberrechtliche Schutz nach §1 für das Werk als Ganzes sowie in dessen Teilen gültig.

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Laut Urheberrecht hat der/die Schöpfer/in beispielsweise Verwertungsrechte, Vervielfältigungsrechte und Verbreitungsrechte am Werk. Zudem hat der/die Urheber/in das Senderecht sowie das Aufführungs- und Vorführungsrecht inne und kann sein/ihr Werk beispielsweise via Rundfunk senden. Wird ein solches Werk genutzt, so dürfen laut §21 „an dem Werke selbst, an dessen Titel oder an der Urheberbezeichnung keine Kürzungen, Zusätze oder andere Änderungen vorgenommen werden, soweit nicht der Urheber einwilligt oder das Gesetz die Änderung zuläßt.“[10] Wird das geistige Eigentum einer anderen Person fälschlicherweise als eigene Schöpfung bezeichnet, macht man sich eines Strafvergehens schuldig, welches oft Bußgelder und andere Konsequenzen mit sich bringt.

[1] Online unter: https://www.duden.de/rechtschreibung/Plagiat
[2] https://www.plagiarius.com/index.php?ID=1
[3] Resolution des Deutschen Hochschulverbandes (2002), online unter: https://www.hochschulverband.de/fileadmin/redaktion/download/pdf/resolutionen/plagiate.pdf
[4] Online unter: https://www.fb03.uni-frankfurt.de/51575300/Plagiate
[5] Online unter:  https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Frankfurt&Datum=01.09.2009&Aktenzeichen=11%20U%2051/08
[6] Online unter: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__156.html
[7] https://studienpraeses.univie.ac.at/infos-zum-studienrecht/wissenschaftliche-arbeiten/plagiat/
[8] Urheberrechtsgesetz Deutschland, online unter: https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/BJNR012730965.html#BJNR012730965BJNG000701377
[9] Urheberrechtsgesetz Österreich, online unter: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10001848
[10] Urheberrechtsgesetz Österreich, online unter:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10001848