Der Lehrgang
Die Weiterbildung Familienmediation ist ein Zertifikatskurs der Hochschule Wismar - University of Applied Sciences: Technology, Business and Design. Die berufsbegleitende Mediationsausbildung vermittelt die Fähigkeit, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse der professionellen Konfliktvermittlung mit dem Schwerpunkt auf die Familienmediation praxisorientiert anzuwenden.
Als Intensivkurs absolvieren Sie zunächst unsere Mediationsausbildung, die 6 Module umfasst. Hierfür können Sie zwischen einem unserer bundesweit 7 Standorte wählen. Dann können Sie die beiden Spezialisierungsmodule „Familienmediation“ und „Supervision“ separat an den Standorten Wismar und Köln wahrnehmen.

Fakten-Check:
Hochschulzertifikat: Familienmediator:in + Teilnahmebescheinigung „Supervision“
Weiterbildungsart: berufsbegleitend
Kursdauer: /
Sprache: Deutsch
Kursstart: Frühjahr & Herbst
ECTS: 3 Credits
Präsenzseminare: 2x3 Tage (am Wochenende)
Kursstandorte Mediation: Berlin, Erfurt, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München, Wismar
Kursstandorte Familienmediation: Wismar, Köln
Berufliche Optionen und Zielgruppe
Grundlegend kann die Familienmediation in fast allen Konfliktsituationen erfolgreich eingesetzt werden in denen sich Menschen befinden, die Teil einer Familienstruktur sind. Insbesondere die Praxis der Familien- und Erbmediation deckt ein breites Spektrum an Konfliktthemen ab, u.a.:
- Beziehungskonflikte
- Konflikte im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung, z. B. Unterhalt,
- Vermögensauseinandersetzung usw.
- Konflikte zwischen Eltern um Fragen der elterlichen Sorge oder des Umgangs
- Konflikte mit anderen Familienmitgliedern
- Konflikte wegen des Wohnens (z.B. Ehewohnung, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Mehrgenerationen)
- Konflikte zwischen Eltern und Kindern
- Konflikte wegen der Arbeit (streitige Arbeitsteilung)
- Konflikte wegen der Auslegung eines Testaments und Teilung einer Erbschaft
- Konflikte zwischen Teilnehmern einer Erbengemeinschaft
- Konflikte wegen der Nachfolge im Unternehmen
Zielgruppe
Die Weiterbildung Familienmediation ist insbesondere gerichtet an Juristen, Beschäftigte in Psychosozialen Berufsfeldern, Rechtsanwälte, Steuerberater / Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater etc.

Kursinhalte
Inhalte Familienmediation
I. Einführung in die Familien- und Erbmediation
- Familiäre Lebensformen
- Erscheinungsformen familienrechtlicher Streitigkeiten
- Erscheinungsformen erbrechtlicher Streitigkeiten
II. Konfliktdynamische Besonderheiten
- Konflikte in der Familie
- Trennungsdynamik als Konfliktverschärfung und die Auswirkung auf den Verhandlungs-prozess
- Reorganisation und endgültige Regelung der Konfliktfelder
- Konflikte unter Mitgliedern einer Erben-gemeinschaft
III. Methoden und Techniken
Phasenübergreifende Methoden in der Familien- und Erbmediation
Besondere Techniken und Methoden in den Phasen des Mediationsverfahrens
Phase 1: Arbeitsbündnis
Phase 2: Themensammlung Familienmediation
Phase 3: Interessenfindung
Phase 4: Entwicklung von Lösungsoptionen
Phase 5: Auswahl von Lösungsoptionen und deren Überprüfung
- Praxisfragen
- Raum und Materialien
- Setting
IV. Kinder in der Familienmediation
V. Juristische Aspekte in der Familien- und Erbmediation
- Recht in der Familien- und Erbmediation (Familienrecht, Erbrecht)
- Einbeziehung von Recht in den Mediationsprozess durch „Lotsenexperten", Co-Mediation oder Hinzuziehung anwaltlicher Beratung / Interdisziplinarität und Interprofessionalität
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Familien- und Erbmediation
VI. Die Person der Mediatorin / des Mediators
Inhalte Supervision
Mediationsanaloge Supervision - Professionalisierung und Qualitätssicherung der beruflichen Tätigkeit
Zielsetzung der Supervision
- das konkrete eigene berufliche Vorgehen verbessern
- das eigene Handlungsspektrum erweitern
- ein Problem in neuem Licht sehen können
- Erweiterung des Methodenkoffers
Im Rahmen der mediationsanalogen Supervision erfolgt die
- Reflektion des eigenen Handelns
- Optimierung des eigenen Verhandlungsstils, mit dem Ziel der Sicherung und Erweiterung der professionellen Kompetenz
- Entwicklung von Arbeitshypothesen und Handlungsoptionen an den eingebrachten Fällen
Nicht "die Lösung" eines Konfliktes steht im Vordergrund der Arbeit, sondern neue Handlungsmöglichkeiten sollen erkennbar und erprobt werden. Mit den so gewonnenen neuen Perspektiven und Sichtweisen kann der Mediationsprozess bzw. die Fallbearbeitung professionell weiterbetrieben werden.
Dauer: 3 Tage
Modulabschluss
Die Teilnehmer präsentieren einen eigenen Mediationsfall aus dem Modul "Familienmediation" und supervidieren diesen.

Zulassungsvoraussetzungen
Zulassungsvoraussetzung für die Weiterbildung Familienmedition ist eine abgeschlossene Basisausbildung. Die Aufbaukurse können Sie nur belegen, wenn Sie zuvor eine Mediationsausbildung erfolgreich absolviert haben.
Kosten
Der Aufbaukurs Familienmediation kostet für Mediator:innen 1.500 EUR. Sollten Sie noch keine Mediationsausbildung besucht haben, belegen Sie unseren Kombikurs. Der Kursbeitrag für den Kombikurs i.H.v. 5.500 EUR umfasst Ihre Mediationsausbildung plus den Aufbaukurs Familienmediation (Ersparnis von 500 EUR).
Das ist im Kursbeitrag enthalten:
- umfangreiche Kursunterlagen (online & print)
- Exklusive Kursgruppen von 10-15 Teilnehmern
- 6 Praxistage (2x3 Tage) an Ihrem Wunschstandort
- Getränke & Snacks während Ihrer Präsenzveranstaltungen
- Prüfungsgebühren im Rahmen des regulären Kursverlaufs
- Zugang zur Lernplattform myWINGS
- persönliche Betreuung durch Ihre Kursleiterin und Koordinatorin über die gesamte Zeit Ihrer Weiterbildung
- Hochschulzertifikat
Zeitlicher Ablauf und Lehrformen
Aufbaukurs Familienmediation
Der Aufbaukurs umfasst insgesamt 2 Module:
Modul 7 – Familienmediation
Abschluss mit der Aufgabe, eine komplette Mediation im Familien- oder Erbkontext durchzuführen bzw. einen Mediationsfall zu mediieren.
Modul 8 – Supervision
Durchführung einer Supervision, indem ein eigener selbst- oder co-mediierter Fall reflektiert, analysiert und ggf. angepasst wird.
Zertifikat
Nach erfolgreicher Kursteilnahme wird von der Hochschule Wismar das Zertifikat zum/r Mediator:in mit der Spezialisierung Familienmediation verliehen. Werden einzelne Module belegt, wird ein Zertifikat der Hochschule Wismar ausgestellt, das die erfolgreiche Teilnahme am entsprechenden Modul bestätigt.
Lehrkonzept
Die Weiterbildung kombiniert:
- Vor-Ort-Präsenzveranstaltungen
- einen Anteil an Selbstlernphasen
Präsenzveranstaltungen
- Achtstündige Veranstaltungen zur seminaristischen Vertiefung der Studieninhalte
- Kursgruppen mit maximal 15 Teilnehmern
- Möglichkeit für Gruppen- und Projektarbeiten
- Diskussion und Bearbeitung von Fragestellungen sowie Problemfeldern der einzelnen Module
Selbstlernphase
- Lehrmaterialien / Studienbriefe sind im Kursbeitrag enthalten
- Gewährleistung örtlicher und zeitlicher Ungebundenheit der Weiterbildung


